Innereien des Lebens II

Kapitel 0.3
Ich muss die Füße schon an ganzes Stück anheben, als ich diesen Morgen den Weg zur Arbeit bestreite. Es kommt mir bald so vor, als würde ich über Felsen klettern, aber dabei sind es nur Schneemassen, welche einem das Vorankommen erschweren. Den Großteil des Weges, habe ich bereits hinter mir und unter meinem dicken Mantel aus Baumwolle fange ich leicht zu schwitzen an. Ich öffne den selbst gestrickten Schal. Er ist alt und hat seine besten Tage hinter sich, dennoch behalte ich ihn, da er mir als Andenken dient. Ich erinnere mich noch daran als sei es gerade erst gewesen. Ich spielte im Garten meiner Großmutter, als der erste Schnee des Jahres einsetzte. Meine Großmutter kam raus, mit dem rotbraunen Schal in der Hand und winkte mich zu sich. Sie wickelt mir den Schal drei oder vier mal um den kleinen Hals und lächelt mich strahlend an und dann durfte ich weiter spielen. Seit diesem Tag vor 17 Jahren trage ich ihn jeden Winter.
Die Ampel ist rot und ich warte. Die heiße Luft aus meinem Mantelinneren bahnt sich seinen Weg aus dem Loch im Schal, welches ich bereitet habe. Ich spüre den heißen Dampf meiner selbst, wie er meine Nase leicht wärmt. Unmittelbar neben der Ampel steht eine riesige Eiche, welche ihr grünes Blattwerk gegen ein Dach aus Schnee getauscht hat. Ein Buss rollt vorbei und der Boden bebt leicht. Ich stelle fest, dass dies nicht weiter verwunderlich ist, da er doch so voll mit Menschen ist, die sitzend und stehend dicht aneinander gedrängt stehen. Ich habe noch nicht ganz den Blick auf die Ampel gerichtet, da setzt plötzlich ein gewaltiger Schneefall ein und so plötzlich wie er kam geht er auch. Das dichte Schneewerk hat sich gelöst und ist auf mich niedergfallen. Ich schüttel mir die weiße Pracht von dem Mantel. Allerdings fällt nicht alle zu Boden, sondern einige bahnt sich den Weg ins Innere des mantels und plötzlich wird es auf meiner Brust eiskalt. Ich drücke mir die Kleidung auf die Brust, um den Eiswürfel daran zu hindern weiter zu gleiten. Ich verharre einen Moment und dann ist Körperwärem ihr übriges mit dem Übeltäter getan. Es wird grün und ich quere die Straße.

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Innereien des Lebens

Kapitel 0.1
Ich bin in einem dunklen Raum. Die Wände scheinen jegliches Licht aufzusaugen, wie ein schwarzes Loch jeglich Materie verschlingt. Ich sitze auf einen alten Holzstuhl mit hoher Lehne, er ist an einen Tisch gerückt, welcher von einem Licht an der Decke beschienen wird. Meine Arm ruhen auf den harten Lehnen, während ich das knorrige Holz unter mir spüre. Der Tisch vor mir ist aus einem riesigen Stein geformt worden. Die Oberfläche ist vollkommen eben. Keine Unebenheit ist zu erkennen und so liegt der graue Stein mit seiner schwarzen und weißen Maserung vor mir. Kontrastreich heben sich goldene Teller und Besteck von dem grauen Gestein ab. Weinkelche und Krüge mit nicht näher bestimmbaren Inhalt. Schüssels und Platten mit allerlei Speisen, von einem Sparnferkel mit einem glänzend roten Apfel im Maul, über Meeresfrüchte aller Art bis hin zu exotischen Früchten aus aller Herren Länder.
Und mir gegenüber sitzt er. In einem hohen imposanten Lehnstuhl, dessen Lehne ihn bei weitem überragt sitzt diese alte knorrige Gestalt. Sein Gesicht ist spitz. Das Kinn nach vorne weg spitz zulaufend. Die Nase länglich und reisig wie der Schnabel eines Vogels. Die Augen in ihren tiefen Höhlen wirken wach und anwesend. Die Haare schwarz kurz und in die Luft gerichtet. So blickt er mich feist grinsend an. Seine kochigen Finger sind schlank und lang, wie Äste eines alten Baumes. Jedes Gelenk tritt deutlich hervor. Insgesamt wirkt es so, als hätte er sich die braune ledrige Haut wie einen Mantel übergeworfen. Und außer dieser Hat trägt er nichts. Unter seiner Haut zeichnen sich die Rippen überdeutlich ab, wie Treppen einer Stufe. Die Bauchgegend wirkt so, als wären sämtlich Innereinen verschwunden und so kommt es einem so vor, als würde die Haut an dieser Stelle fast die Innenseiten der Wirbelsäule berühren. Er lässt die strahlend weißen Zähne kurz aufblitzen, um dann zum Gespräch anzusetzen.
“Ah, wie schön, dass du wieder hier bist.” begrüßt er mich unheilvoll grinsend und hebt die Arme so, dass sich seine Fingerspitzen vor seinem Gesicht berühren. Elle und Speichel sind gut in seinen Unterarmen auszumachen, da die ledrige Haut hier tiefe Falten aufweist.
“Iss und trink! Es soll dir an nichts mangeln.” sagt er und lächelt mir zu. Doch ich verziehe keine Miene, kein Muskel bewegt sich. Er blickt mich lange unverwandt an. Die weißen Augäpfel mit diesem nachschwarzen Punkt in der Mitte scheinen jeder meine Reaktionen erahschen zu wollen, doch ich bleibe reglos sitzen. Kurz blickt er auf den Tisch als würde er nachdenken. Seine Hände verbergen den Blick auf ihn, wie das Astwerk eines alten Baumes, dann hebt er den Kopf erneut und sagt:
“Falls du denkst, dass ich dich vergiften will, dann irrst du.” Er greift einen der Krüge, füllt die rot glänzende Flüssigkeit in seinen Kelch. Geräuschvoll setzt er den Krug ab und greift seinen Becher und führt ihn zu seinen schmalen Lippen. Er setzt an, öffnet den Mund und kippt das Nasse in sich hinein. es macht nicht den ANschein als würde er schlucken, stattdessen rinn die Flüssigkeit einfach seine Kehle hinab. Etwas läuft ihm aus dem Mundwinkle und seinem Hals hinab. Dabei hinterlässt sie eine rötliche Spur, welcher man hinab bis zur Brust folgen kann ehe sie ihre Reise beendet. Mit einem Klirren stellt er den goldenen Kelch ab. Blickt mich an und hält unverwand am Kelch fest.
Stille kehrt ein. Von irgendwoher ist das Ticken einer alten Uhr zu hören, gemischt mit dem Schwingen des Pendels. Einige Zeit lausche ich dem Geräusch, welche dann von seiner kalten Stimme durchbrochen wird.
“Ich verstehe, du befürchtest zu gleich, dass ich auch diese Köstlichekeiten hier ebenfalls vergiftet habe.” und er macht eine ausschweifende Geste über die Speisen.
“Wenn dem so ist, dann werde ich dir beweisen, dass du falsch liegst.” Er nimmt sich eine Traube, zerdrückt sie mit den Fingern und der Saft rinnt seinen Finger entlang, windet sich um die Gelenke ehe er einen Weg hinunter findet. Er betrachtet das Obst und wirft es sich in den Rachen. Er neigt den Kopf nach hinten und scheinbar fällt die Traube in die Dunkelheit seines Inneren. Er greift zum Messer und schneidet sich mit dem goldenen Besteck ein Stück des Ferkels ab. Das Bratenfett klebt an der Schneide und mit zwei Finger packt er das Stück Fleisch und wirft es sich wie zuvor in den Schlund, wirft den Kopf nach hinten und ich höre ein dumpfes Platschen. Weitere Speisen wirft er sich ein und jedes Mal schmeißt er seinen Kopf nach hinten. Als er fertig ist, ist nichts mehr da, was man essen könnte. Das Gerippe des Sparnferkels liegt unheilverkündent auf der goldenen Platte, das Gehäuse des Apfels in seinem Inneren. Von den Meeresfrüchten sind nur noch die Schalen übrig geblieben, welche fein säuberlich ineinander geschachtelt sind. Vom Obst sind nur noch Schalen und Reben übrig geblieben, welche von Kernen drappiert sind. Finster blickt er mich an.
“Zufrieden?” fragt er genervt. Ich sage nichts.
“Irgendeine Reaktion musst du mir gegenüber erbringen!” ruft er über den Tisch und springt auf, die Hände auf den steinernden Tisch gestützt. Ich sehe dort an der Stelle seines Bauches eine große Wölbung, welche sich leicht auf und ab bewegt.
Ich stehe auf. Der Stuhl scharrt über den schwarzen Boden und das Geräusch hallt von den Wänden zurück.
“Ich gehe nun.” sage ich und verschwinde in der Dunkelheit.

Kapitel 0.2
Wie das penetrante Heulen des Nachbarhundes lärmte es in meinen Ohren. Immer wieder dieser Alarmton, welcher mich Morgen für Morgen aus meinem Schlaf reist. Ich versuche meine Lider zu öffnen, doch irgendwie ist es so, als hängen an diesen Deckenbeschwere, welche sie nach unten ziehen. Die Anstrengung ist geradezu unterträglich und dennoch schaffe ich es unter all der mir zur Verfügung stehenden Kraft sie zu öffnen. Ich erblicke mein Zimmer, welches im Halbdunkel darliegt. Der Spalt zwischen Gardine und Wand lässt etwas maues Licht in das Zimmer gleiten, wie Wasser, welches unaufhaltsam hineindringt. Und all dies wird akustisch begleitet durch mein Handy, welches immer noch diesen abartigen Ton von sich gibt. Für meinen Verstand fühlt es sich an, als würde jemand langsam und genüsslich versuchen einen dicken alten rostigen Nagel zwischen Zehnagel und Bett zu treiben.
Ich ziehe meinen rechten Arm unter der Bettdecke hervor und prompt überkommt mich ein schaudern und ich stelle fest, dass es außerhalb der Decke fürchtlich kalt ist, so als hätte jemand über Nacht mein Zimmer zum Gefrierschrank erkohren. Ich greife halb benommen zu der Quelle des Lärms. Zwei oder drei Mal greift meine Hand ins Leere, aber dann umfasse ich mein Handy. Ich ziehe es zu mir und halte mir das leuchtende Display vor die Augen. 6:03Uhr heißt es dort auf dem Bildschirm und ich wische mit einer weniger galanten Bewegung über ihn und es stellt den Radau ein. Völlig erschöpft lasse ich meine Arme wieder sinken.
Ich atme ein paar Mal kräftig ein und wieder aus und merke nun wie kühl die Luft um mich herum geworden ist. Die bleiernde Schwere meiner Lider lässt langsam nach, aber ab und an gebe ich nach, um sie dann unter noch größerer Kraftanstrengung wieder zu öffnen. Als ich mich einigermaßen im Reich der Wachen haten kann, überkommt mich ein kräftiges Frösteln. Schnell ziehe ich die Arm wieder unter die Decke und prompt wird es wieder warm. Dennoch Frage ich mich, warum es so furchtbar kalt ist.
Aber dann liege ich da und es so schön warm. Bequem ist es einfach liegen zu bleiben. Sich nochmal umzudrehen und nochmal weiter zu schalfen. Müde bin ich immer noch, aber mein Verstand beginnt träge zu arbeiten, dennoch sugeriert es mir, dass ich noch liegen bleiben könnte. Ich seufze.

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Das weiße Pferd

Gewünscht hast du dir das weiße Pferd, mit welchem ich dich abhole. Ich, ich bin dein Prinz, in strahlender Rüstung, strahlend weißen Zähnen – passend zum Schimmel. Blond wehenden Haaren im Wind. Das Pferd ist ein schönes Tier, mit galanten Bewegungen und einem ruhigen Gemüt. Es sieht prächtig und mächtig aus und ich auf seinem Rücken. Ich halte dir die Hand entgegen – dir meiner Prinzessin. Ich ziehe dich mit einem leichten Muskelspiel zu mir auf den Rücken dieses Rosses und lächel dich an. In deinen Augen die pure Begeisterung.

Doch bin ich das? Kann ich das sein? Kann ich dein strahlender Ritter in einer Rüstung aus Drachenhaut sein und jedem Feuer trotzen? Oder bin ich einfach nur jemanden, der dazu bereit, sich für dich jede Verbrennung zu zuziehen, um nur bei dir zu sein? Bin ich dein Krieger, welcher mit seiner scharfen Klinge jedes Monster, welches dich rauben will in die Flucht schlägt? Oder doch einfach nur jemanden, dessen Geist gewandter ist, als seine Handlungen? Könnte es sein, dass ich der Rittermann bin, der geschwindt auf dem eißen Ross herbeigeeilt kommt, um dich vor Schurken zu bewahren? Oder bin ich doch eher jener einfache Mann, der dann da ist und dir seine Brust zum Drananlehnen anbietet und so lange nicht von deiner Seite weicht, bis es dir wieder besser geht? Doch kann ich der Adelsmann sein, welcher zu jeder Situation eine passende Geschichte hat, mit der er die Massen begeistern kann und dabei noch jede Etikette bewahrt oder bin ich einfach jener Mensch, der einfach deinen Worten lauscht und mit dir zusammen ein Gespräch führt, in dem jeder seinen Teil zu sagen hat und einfach nur dich für sich gewinnt?

Ich bin ehrlich. Ich bin nicht der strahlende Ritter auf dem weißen Pferd, aber was ich für dich bin weiß ich. Ich bin der, der für dich da ist, in jeder Lage deines Lebens, denn ich mag dich sehr.

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Liebe, Hass und Gleichgültigkeit

Liebe ist eine wundervolle, starke und manchmal überwältigende Emotion, die einen auf Wolke Sieben schweben lässt – manchmal vermutlich sogar darüber. Als Gegensatz – so habe ich es zumindest bisher immer wahrgenommen – wurde der Hass aufgeführt. Nimmt man es allerdings genau, dann sind die beiden gar nicht so verschieden. Es sind beides Emotionen. Emotionen, welche einem den Verstand rauben und jedwedes rationales Verhalten eleminieren. Sie sind Extreme einer Messlatte, nämlich der Messlatte der Emotionen. Betrachte man die Messlatte in Form von positiven und negativen Gefühlen, dass ist diese Gegensätzlichkeit sicherlich nachvollziehbar und verständlich. Auf der einen Seite haben wir die ganzen positiven Gefühlen, angefangenen bei einer leichten Sympathie, über einer tiefen Verbundenheit bis hin zur Liebe und auf der anderen Seite, sind wir im negativen Bereich. Hier beginnen wir mit einer leichten Abneigung, es geht weiter mit der Abscheu und dann einem tiefgreifenden Hass. Soweit so klar oder?
Aber auch hier kommt es, wie so oft, auf den Blickwinkel an. Im obrigen Fall wurde die Messlatte von positiven zu negativen Gefühlen, also quasi von positiven Zahlen und negativen Zahlen definiert. Allerdings geht es auch anders. Bewegen wir uns nun nicht mehr in den ganzen Zahlen, sondern nehmen und nur die natürlichen Zahlen samt der Null, dann sieht die Betrachtung leicht anders auf. Null wäre dann keinerlei Ausprägung einer Emotion wohingegen unendlich eine extrem starke Emotion, zum Beispiel Liebe oder Hass, ist. Sprich wir hätten nicht mehr den Gegensatz Liebe und Hass, sondern Liebe/Hass und Gleichgültigkeit. Gleichgültigkeit…
…das ist ein Wort, was die meisten vermutlich mit einem Achselzucken hinnehmen würden. Aber da stelle ich mir die Frage, welche der beiden Betrachtungsweisen ich für schlimmer erachte.
Liebe und Hass, da sind in jedem Fall Gefühle mit verbunden. Wenn ich jemanden Hasse, dann sind da Gefühle mit verbunden. Gefühle, welche auf diese Person gerichtet sind, die dieser Personen irgendeinen Platz in mir geben, wenngleich dieser Platz negativ behaftet ist. Aber manchmal hasst man jemanden, weil man das Verhalten des anderen nicht für Gut heißt, aber trotzdem steckt dort Zuneigung dahinter – Gefühle sind da!
In dem anderen Fall steht mir jemanden mit Gleichgültigkeit gegenüber. Keinerlei Gefühle hat dieser Mensch für mich und starrt mich vermutlich aus kalten und leblosen Augen an, als sei ich irgendjemand. Irgendjemand, der es nicht Wert ist, dass man ihm auch nur irgendwelche Gefühle entgegenbringt. Diese Vorstellung ist so grausam wie beängstigend.
Aus diesem Überlegungen heraus muss ich für mich sagen, dass mir die erste Messlatte besser gefällt, da ich dadurch zumindest weiß, dass Gefühle eine Rolle spielen und ich nicht jemanden bzw. mir nicht jemand vollkommen gliechgültig ist. Wäre es nicht schlimm, wenn so viel Gleichgültigkeit umherwandern würde. Entsteht nicht auch manchmal aus Hass etwas Gutes. Bringt es uns nicht weiter, wenn man durch die Gefühle anderer angetrieben werden? Aber wie ist es, wenn Uninteresse einem entgegengeworfen werden, wie ein Schneeball, welcher einem nichts bringt außer kälte, welche durch mich nicht beeinflusst wird?

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Ein Traum

Ein Traum ist doch manchmal etwas Schönes. Er ist wie watte und schließt sich so schon sanft um einen. Egal was von Außen kommt, es bleibt bestehen. Er schottet uns ab von der Welt und ihrer harten Realität, die leider so oft kalt und nass ist. Voller verwirrende Gefühle, welche wir nicht verstehen und wenn wir sie verstanden haben, ist dort noch so viel mehr, was sich anschließt und uns erneut mit Fragen zurück lässt. Aber in diesem Traum, da ist alles toll. Da kann man sich vorstellen, was man möchte. Ob man nun der Retter der Nation oder einfach entspannt an einem See liegt, alles ist möglich – wäre natürlich noch schöner, wenn es in der Realität so wäre. Wenn in der Realität alle zu einem aufblicken würden oder man schön entspannt das Plätschern des Wasser lauschen könnte, aber dafür müsste man sich anstrengen und etwas tun. Man müsste an sich arbeiten, seine Fähigkeiten und Fertigkeiten nutzen und weiterentwickeln. Oder auch einfach mal den Arsch von der Couch bekommen und hinaus gehen und zum See fahren, sich dort hinsetzen und der Welt und ihren Geräuschen lauschen. Allerdings ist all das mit Anstrengungen verbunden, welche es zu überwinden gilt. Der Traum ist so leicht. Man legt sich auf das Bett oder sitzt irgendwo apatisch und lässt seine Phantasie kreisen. Kreisen um die ganzen schönen Dinge, wie ein Buch schreiben und groß rauskommen. Aber dadurch geschieht dies doch nicht. Der Apathie zum Trotz sollte man sich hinsetzen und seine Gedanken verschriftlichen, andere daran teilhaben lassen und sich durch die Kritik und Würdigungen der anderen Berauschen lassen, so dass man fällt, wie das Wasser eines Wasserfalls, und alles zu einem Selbstläufer wird. Dieser Fluss zihet einen mit und sorgt dafür, dass man das Leben bestreitet, aber man muss erstmal beginnen sich von diesem Treiben zu lassen. Dafür muss man allerdings so viel Mut besitzen und sich in Flussbett bewegen. Ab und an benötigt es einfach etwas Mut seinen Träumen Ausdruck zu verleihen. Und ab und an ist dafür nur ein Schritt nötig.

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Brauchen und geben

Ich brauche jemanden, der mich bewegt. Er soll mich reizen, stimulieren und anheizen.
Ich brauche jemanden, der mir den Treibstoff für mein Dasein gibt.
Ich brauche jemanden, der mich antreibt und mir neue und andere Ideen gibt, aber mir ebenso mitteilt, wenn ich mich irre.
Ich brauche jemanden, der mir einen Grund für mein Handeln gibt, so dass ich weiß, dass es eine Bedeutung hat.
Ich brauche jemanden, der mir Kraft spendet in schweren Zeiten, wovon ich zehren kann.
Ich brauche jemanden, der mit einen Ort in Trockenzeiten gewährt, so dass ich die kreativen Löcher überdauern kann.
Ich brauche jemanden, der mir als Muse dient, um mich auszudrücken.
Ich brauche jemanden, der meine Gefühle auffängt und mir wieder entgegenwirft, damit ich darüber nachdenken.
Ich brauche jemanden, der mir schrittweise hilft auf meinem langen Weg.
Ich brauche jemanden, der mir hilft mich auszudrücken.
Ich brauche jemanden, dem ich auch all dies und noch viel mehr geben kann.
Ich gebe dir einen Hafen für stürmische Tage.
Ich gebe dir meine Brust, an die duch dich anlehnen kannst und verweilen magst.
Ich gebe dir meine Arme, die dich halten, wenn alles um dich herum schwankt.
Ich gebe dir meine Augen, in denen du erblicken kannst, wie sehr ich mag.
Ich gebe dir meinen Atem, wenn dir deiner ausbleiben sollte.
Ich gebe dir meine Beine, um für dich zu jedem Ort zu laufen.
Ich gebe dir einen Ort, an dem du stets heimkehren kannst.
Ich gebe dir… mich, um dich zu schützen, dir zu geben was du brauchst und da zu sein, wenn es darauf an kommt.

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Sicher unsicher zu sein

Manchmal kann man sich lediglich sicher sein, dass man unsicher ist. Dies gibt einem auch eine gewisser Sicherheit, aber nicht die gewünschte. Es kommt mir so vor als stünde ich auf einem Ast, welcher mich schon immer getragen hat, aber dieses Mal ist etwas anders. Der Baum, welcher zu diesem Ast gehört, steht plötzlich nicht mehr in meinem Garten, sondern am Abgrund zu einer Schlucht. Eigentlich bin ich mir sicher, dass der Ast mich hält, aber auf der andere Seite ist da dieser Abgrund. Sicherlich fragt man sich nun, warum man überhaupt auf diesen Ast wandeln wollen würde. Das ist eigentlich ganz einfach. Am Ende dieses Astes, also direkt über dem Abgrund, hängt ein wirklich schöner roter Apfel, welcher mich mit seiner Art verzaubert hat – wenn ihr versteht was ich meine. Aber ich bin mir nicht sicher, ob der Ast un wirklich zu einander bringt. Er könnte abbrechen, aber das ist bisher nicht geschehen. Also ist dieser Fall sehr unwahrscheinlich, wenngleich mit dem hohen Risiko des Absturzes verbunden und was hätte ich dann? Nichts! Ich hätte den Apfel für immer verloren, wenn ich versuche mich ihm zu näheren und im schlimmsten Fall würde ich auch mich verlieren, im besten Fall mit einem großen Schrecken davon kommen.
Positiv gedacht könnte meine Annäherung aber dazu führen, dass ich diesen wundervollen roten Apfel zu mir hohlen kann. Aber dazu müsste ich darauf vertrauen, dass dieser dürre Ast, welcher dort über den Abgrund ragt, mich trägt. Ich denke, dass das insgesamt eine sehr unsichere Sache ist, aber darin bin ich mir sicher.

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