In mitten

Hier bin ich. Ich habe die Augen geschlossen. Es wird alle dunkel um mich herum. Die Schwärze umgibt mich und ich spüre, wie sich mein Gehör schärft. Zunächst noch der konstante Lärm von der Straße. Das Dahinfahren der Autos, das Bremsen an und Anfahren an der Ampel und dann die Hupen. Klingeln. Die Radfahrer. Doch dann wird es leiser. Der Schall dringt immer weniger an meine Ohren. Es kommt mir so vor, als würde ich mir die Finger in die Ohren stecken. Und dann vernehme ich nur noch meinen Herzschlag. Regelmäßig und in Ruhe stößt er weiter in meine Ohren. Regelmäßig und mit einer Zuverlässigkeit lausche ich diesem Klang, welche eine große innere Gelassenheit hervorbringt. Ich atme die Luft aus meiner Lunge heraus. Mein Brustkorb senkt sich und ich fühle die Leere in meiner Lunge. Sogleich sauge ich den frischen Sauerstoff wieder ein. Meine Nase bläht sich auf und auch so meine Lungenflügel. Mit diesem Atemzug habe ich das Gefühl davon getragen zu werden, als würden sich Schwingen ausbreiten und mich davontragen. Die Ruhe ist immer noch bei mir. Ich öffne die Augen und befinde mich nicht mehr an meinem Schreibtisch. Ich befinde mich in mitten einer großen blauen Wolke. Ich kann durch sie hindurch blicken. Sie offenbart mir eine Blick auf andere Nebelschwaden, die dort umherkreisen. Ich fühle mich in dieser Nebelbank ruhig und gelassen. Ja, man könnte sogar sagen, dass ich mich entspannt fühle. Ich lasse die Ruhe auf mich wirken und fühle mich wie ein Bachlauf, der einfach dahinfließt.
Mein Blick erspäht einen anderen Nebelfleck, welcher in einem leichten rot erstrahlt und meine Neugier weckt. Ich schwebe durch die Wolke und lande sanft in einem recht schmucklosen Raum, dessen Boden mit weichem schwarzem Samt ausgelegt ist. Meine Tritte hallen nicht nach, sondern werden von dem Teppich verschluckt. Ich gehe auf die rötliche Hülle zu. Sie sieht geschmeidig und liebevoll aus. Ich gehe um sie herum und stelle fest, dass an einer Stelle ein schwarzer Schleier versucht sich dessen zu bemächtigen. Ich folge dem dunkel und lande bei einer Nebelbank, welche dunkel und furchteinflößend wirkt. Ich vernehme, wie ich Angst bekomme. Angst etwas zu verlieren, was ich lieb gewonnen habe. Etwas zu verlieren, was ich nicht mal wirklich habe. Aber ich spüre die Angst, wie sie sich des Roten bemächtigt.
Ich bin unschlüssig. Wie soll ich mich verhalten? Was kann ich tun? Ich will keine Angst haben. Ich will diese wohlig warmen Gefühle in meinem Buch empfinden, welches mich Dinge machen lässt, zu denen ich sonst nicht im Stande bin. Und so trete ich in die Angst.
Ich bin in Mitten dieser Wolke. Mein Blick wird getrübt. Ich sehe unklar die Dinge vor mir. Ich sehe, wie das geht, was ich gerne bei mir wissen will. Ich fühle wie die Wärme entschwindet und an einen tiefen dunklen Ort einkehrt. Einen Ort von wo aus niemals etwas zurückkehren wird. Ich vernehme in meinem Inneren die Angst des Verlustes. Ich fühle, wie die Zuneigung weniger wird. Weniger aus der Furcht heraus noch mehr zu verlieren, als ich sowieso schon verlieren könnte. Ich nehme alles nur noch so langsam wahr. Das Atmen fällt mir schwerer. Ich werde träge und antriebslos. Das Schwarz um mich wird dichter und droht mich zu verschlingen.
Doch nein! Ich will dies nicht. Ich will nicht von Angst und Furcht geleitet sein. Ich möchte die Hingabe in meinem Leben spüren, egal welche Konsequenzen dies mit sich bringt. Ich will das wohlige warme Gefühl in meiner Bauchgegend verspüren, wenn ich dich sehe und nicht in Zweifel versinken. Ich will das genießen, was ich jetzt bekomme und nicht daran zu Grunde gehen an dem Gedanken was ich alles verlieren würde in Zukunft. Ich lebe nur in Hier und Jetzt. Ich werde in der Zukunft leben, aber diese kann ich nicht vorhersagen. Also lebe ich den Moment. Und in diesen Momenten möchte ich genieße dich zu kennen. Möchte ich genießen, dass für dich zu empfinden, was ich empfinde. Und so möchte ich jeden Augenblick, den du mir schenkst, wahrnehmen und wie eine Schwamm aufsaugen. Aufsaugen und inhalieren will ich all die schönen liebevollen Dinge, die du bereit bist mir zu offenbaren. Sei es dein Lächeln oder auch dein verständnisloser Blick. Sei es die Umarmung zur Begrüßung oder der Abschied. Und auch die Momente in denen ich nachdenklich bin, möchte ich annehmen, denn diese machen wir klar, was ich für dich empfinde. Und dieses ist es, was ich für mich mehren möchte, so dass die Furcht verschwindet und ich in vollkommener Zuneigung zurückbleibe.
Ich atme durch. Die Luft wird besser. Das Dunkel verschwindet und weicht einem sanften Rot.
Nun bin ich in mitten dieser rötlichen Wolke, die mir Geborgenheit und Wärme spendet. Das Schwarz ist verschwunden. Ich genieße diesen Augenblick. Denn nur jetzt lebe ich und bin ich und so kann ich sein. Die Zukunft passiert noch früh genug. Gedanken machen um das was sein wird, ist doch verschwendete Lebenszeit. Ich mache mir lieber Gedanken, um diesen Moment. Genieße ihn in vollen Zügen und nehmen die Gefühle auf. Vervielfache die guten Gefühle und versuche die negativen anzunehmen. Sie zu akzeptieren und sie zu wandeln. Zu wandeln in etwas Schönes. So nehme ich auch die Angst an, die mir zeigt, wie viel ich für dich empfinde und dies ist doch ein schönes Gefühl. Auf das es noch mehr wird.
Ich öffne die Augen und stelle fest, dass die Sonne strahlt. Wie schön.

Veröffentlicht unter Gedanke, Gefühl, Glaube, Kurios, Mensch, Philosophie, Zwischenmenschliches | Verschlagwortet mit , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Neid

Neid ist der intensive negative Gefühlszustand von Menschen, wenn sie den Besitz, Erfolg, den körperlichen Vorzug oder das Glück eines anderen beobachten können, das sie nicht haben, aber ihm missgönnen. Jemand, der einen anderen beneidet, missgönnt ihm als seinen positiven Vorzug, aber wieso machen wir so etwas? Wäre es nicht um einiges schöner und auch für uns selbst besser, wenn wir mit diesem Menschen das Gefühl der Freude teilen? Wäre es nicht ungemein besser, wenn auch andere Menschen mit uns unsere Erfolgserlebnisse teilen, anstatt uns diesen zu missgönnen? Wieso ärgert es uns, wenn jemand ein freudiges Erlebnis hat, welches wir noch nicht hatten? Wieso ist es für uns so schwierig jemanden zu sehen, dass er etwas hat, was wir nicht haben? Wollen wir immer alles haben oder ist es etwas ganz anderes? Sind wir so sehr Egoisten, dass wir alles für uns haben wollen, sogar den kleinen Glücksmoment des Gegenübers? Antworten kann ich keine liefern, dies wäre vermutlich auch zu schön, aber ich kann sagen, was aus diesem Neid erwächst. Es entstehen lauter negative Gefühle, die uns selbst weiter einen Abgrund entgegenblicken lassen, den wir für uns selbst nicht wählen würden. Doch haben wir uns diesen Weg selbstständig ausgesucht, in dem wir begonnen haben jemanden zu beneiden. Durch diesen Schritt haben wir uns selbst in den Abgrund ohne Boden gestürzt. Wir fallen unaufhaltsam in unsere unheilsamen Gefühle und Gedanken. Soll man sich dies wirklich dauernd antun? Ständiges neiden und dann versinken im Dunkel unserer Seele führt doch lediglich zu einem unausweichlichen Weg in eine Abwärtsspirale, die wir dann vermutlich nicht ohne die Hilfe der anderen durchbrechen können.
Aber wir sind nicht gezwungen diesen Weg zu gehen! Wieso freuen wir uns nicht einfach mit den anderen Menschen? Wieso zeigen wir nicht einfach Mitgefühl? Ein Gefühl der Freude ist doch wesentlich ergiebiger als der Trend in die Dunkelheit. Motiviert uns nicht die Freude auch solche oder ähnliche Glückmomente anzustreben? Wenn ich freudig bin fällt es mir doch bedeutend leichter andere glückliche Momente zu erkennen und sie auf mich wirken zu lassen. Aber wenn ich in einer negativen Grundstimmung bin, erscheint mir die Welt sogleich viel düsterer. Alles und Jeder wird für mich zu einem nervigen Faktor, welcher mich noch finsterer dreinblicken lässt, aber dies ist nicht schön. Einen Weg sollte man gehen, aber nicht allein. Einsamkeit kann der Beginn von Neid sein. Neid auf die Menschen, die zusammen wandeln auf diesem Planeten. So wäre es doch bedeutend schöner mit anderen zu gehen. Sich auszutauschen. Die Erlebnisse der Anderen anzuerkennen und sich mit ihnen zu freuen, dann haben auch wir die Chance, dass sie sich mit uns freuen und dies nicht etwas, was wir uns wünschen?

Veröffentlicht unter Uncategorized | Verschlagwortet mit , , | Hinterlasse einen Kommentar

In deinen Augen

Es ist laut. Die Musik spielt und ich sehe dich dort oben. Klammerst dich an das Mikrophone, um nicht dem Abgrund vor dir zu erliegen. Dein langes goldbraunes Haar schwankt leicht im Takt der Musik. Du öffnest deine Lippen und singst uns ein Lied von Verlust und Trauer. Von einer beendeten Liebe, die dich nicht mehr betrifft. Von dem Neustart in deinem Leben, ohne ihn. Du singst gut. Die Meute ist sogleich bezaubert von deinem Gesang. Der Mopp hüpft auf und ab. Und ich… ich stehe inmitten von ihnen. Ruhig und blicke dich an. Ich sehe dich dort oben, wie du singst. Doch weiß ich es besser. In deinen dunkelbraunen Augen liegt die Wahrheit. Sie sticht einem ins Auge, wie der Dolch eines Meuchlers. Ich blicke dir in die Augen und sehe auf dem Abgrund der Wahrheit. Deine Gefühle sind andere. Deine Worte bilden nicht den Spiegel deiner Seele, aber deine Augen vermögen dies zu tun. Ich sehe es in dir. Wie du zerrissen bist zwischen diesen Worten, die du dort von dir gibst und den Gefühlen in deiner Brust. Du liebst immer noch. Hängst der Vergangenheit nach. Wünscht sie dir zurück. Wieso änderst du es nicht? Ich stehe doch hier. Ich bin hier, um dich zu sehen. Zu sehen wie es dir geht. Und dir geht es nicht gut. Bist aufgewühlt und traurig, wenngleich du zugibst glücklich zu sein. Doch wie sieht es hinter der Bühne aus? Wie sieht es aus, wenn der Vorhang gefallen ist und du diese Fassade nicht mehr aufrechterhalten musst? Wie sehe es aus, wenn ich vor dir stünde. Direkt vor dir. Wenn wir einander riechen könnten. Wenn wir einander berühren könnten. Auf deiner Seele liegt ein Schleier der Trauer, welchen ich dir gerne abziehen würde. Ich weine. Mir rinnen die Tränen hinab. Ich hätte dich so gern zurück. Und ich sehe dich und bin mir sicher, dass auch du weinst. Wenngleich nicht so offenkundig. Denn deine Tränen laufen über deine Seele hinab in die bodenlose Leere, in welcher du dich gerade befindest.

Veröffentlicht unter Uncategorized | Hinterlasse einen Kommentar

Perfektion

Perfektion bezeichnet die vollendete Meisterschaft bzw. Beherrschung von etwas. Dies klingt natürlich äußerst schön und verlockend. Wünscht sich nicht jeder perfekt zu sein und der Meister über alles zu sein. Das komplette Verständnis über die Sachverhalte der Natur wären sicherlich famos, aber was dann? Die vollendete Schönheit abgebildet in einem Körper. Dies ist sicherlich der Wunsch vieler Frauen, aber was kommt dann?
Was kommt wenn die Perfektion erreicht ist? Stillstand und Verfall. Sollte ein Zustand vollkommener Perfektion möglich sein und sollte dieser jemals erreicht werden können, ist die einzige Schlussfolgerung, dass man nur noch existiert, um diesen Status quo aufrecht zu erhalten. Ab diesem Punkt würde es nur darum gehen alles am Laufen zu halten. Es gäbe keinen Fortschritt mehr denn es ist bereits alles perfekt. Alles liegt in seiner vollendetsten Form vor und bedarf keiner Verbesserung mehr. Die Gesellschaft würde nur da sein, um diese Form zu erhalten und nicht verfallen zu lassen. Es tritt Stagnation ein und die einzige Veränderung wäre der Verfall.
Also wieso wünscht man sich die Perfektion herbei? Dieser Wunsch ist das Streben nach Verwirklichung und Weiterentwicklung. Es ist das Begehren nach Fortschritt, welches jeden von uns antreibt. Jeder von uns will fortschreiten in seinem Leben. Stillstand ist unbefriedigend und hinterlässt einen faden Geschmack. Fade wäre auch die Vorstellung wir würden uns nicht verwirklichen können. Wir würden nur das tun können, was man uns aufgibt, nicht aber den Dingen hinterher stolpern, die uns beschäftigen.
Wie würde eine perfekter Mensch sein. Ein guter Redner. Er würde uns Ratschläge erteilen, die uns helfen würden unseren Alltag besser zu führen, aber was könnten wir für ihn tun? Nichts, denn er wüsste es doch alles besser. Wie langweilig wäre ein solcher Umstand. Wir können uns alles irren und dies macht es doch so spannend miteinander zu sein. Die fehlerhaften Ratschläge der anderen anzunehmen um dann feststellen zu müssen, dass es doch nicht der beste Weg war, aber es war zumindest eine Weg nach vorne. Gelernt hat man dadurch etwas und so lange etwas Neues angeeignet wurde, ist doch eine Fortschritt geschehen, sei dieser nun zielführend gewesen oder nicht. Auch Sackgassen können uns zu Höhenflügen antreiben, denn schließlich müssen wir die Mauer, welche uns den Weg versperrt, überwinden.
Wachstum der eigenen Person ist etwas wundervolles, doch dabei muss jeder seinen eigenen Weg gehen. Doch sind wir auf diesem Weg nicht allein. An entsprechenden Kreuzungen machen wir Weggefährten, dessen eigene Unvollkommenheit uns doch nur zeigt, dass wir alle gleich sind. Wir sind alle Menschen. Wir sind unvollkommen und das ist auch gut, denn nur so haben wir die Möglichkeit uns zu entwickeln. Ich bin froh nicht perfekt zu sein.

Veröffentlicht unter Gefühl, Mensch, Philosophie, Gedanke, Zwischenmenschliches, Kurios, Umwelt, Gesellschaft, Kommunikation, Zukunft | Verschlagwortet mit , , , | 4 Kommentare

Der Kampf

Im Leben läuft seltenst alles nach Plan, aber wäre dies auch interessant? Wir Menschen suchen uns zu gerne immer den leichtesten Weg um auch Konflikten zu entgehen. Wir neigen dazu uns selbst aufzugeben und nicht mehr kämpfen zu wollen. Aber müssen wir für unsere Träume und Ideale nicht aufstehen und etwas tun? Wobei… Muss man wirklich gleich so hoch stapeln und dies nur auf Träume und Ideale beziehen? Sollten man nicht wesentlich tiefer und basaler beginnen. Nämlich bei einem selbst. Lohnt es nicht für sich selbst zu kämpfen? Lohnt es nicht für die Menschen aufzustehen, die man liebt und schätzt? Gehen wir nicht für uns selbst viel zu selten auf die Barrikaden? Hören wir nicht viel zu selten auf die Signale unseres Körpers, wenn er uns mal wieder versucht mitzuteilen, dass es in der bisherigen Art und Weise nicht weitergehen kann?
Der leichteste Weg ist zumeist der Weg der Resignation. Der Hingabe zur Passivität. Man ergeht in den negativen Gefühlen und es wirkt wie ein Sog. Je länger man wartet den Weg zu gehen, desto schwieriger wird die Befreiung.
Aber ein solches Leben im Müßiggang eines Sandlochs ist nicht sonderlich erstrebenswert. Wäre es nicht umso schöner aufzustehen und sich dem inneren Widersacher zu stellen und ihm die Meinung zu sagen. Ihm zu sagen, was man von ihm hält und ihm zu sagen, dass er sich doch gefälligst verpissen soll? Aktivität ist gefragt und zwar nicht nur für einen selbst, sondern auch für die Menschen, die einen Umgeben. Man kann jemand nur adäquat helfen, wenn die eigene Standfestigkeit gegeben ist.
Es mag zumeist furchteinflößend sein sich der Welt dort draußen zu stellen, welche mit all ihren Erdrückenden Ereignissen wie einem Mahlstein auf einem lastet, dennoch liegt es einem selbst mit diesem Mahlstein eine unüberwindbare Schlucht zu überspringen. Dies erfordert Mut und die Willenskraft dazu. Es fordert aber auch genauso die Kenntnis der eigenen Stärken und Schwächen, welche geschickt genutzt werden können, um das Leben zu meistern und dabei glücklich und zufrieden zu sein. Das Leben ist ganz offensichtlich nichts für Feiglinge und gerade aus diesem Grund brauchen wir alle unseren eigenen Mut und die Unterstützung von anderen um es erfolgreich bewältigen zu können. Alleine sind wir schwach, aber gemeinsame können wir Dinge verrichten, die außerhalb jedweder Vorstellungskraft liegt.

Inspiriert durch den Film “Das Leben ist nichts für Feiglinge”

Veröffentlicht unter Uncategorized | Verschlagwortet mit , , | Hinterlasse einen Kommentar

In mir

Ich wandle über die schneebedeckten Hänge der Gebirge. Hier oben auf dem Dach der Welt herrscht die Natur in seiner reinsten Form. Das Golden der Sonne spiegelt sich der weißen Pracht und lässt diesen Ort prunkvoll erscheinen. Die Winde toben um mich herum und zerzausen mir das lange Haar. Wenngleich es eine Frische und Neuigkeit mit sich trägt, welche mich erwartungsvoll meinem Ziel vorantreibt. Mein Ziel? Ich kenne es selber nicht. Ich muss diesen Weg gehen. Schluchten betreten und überwinden. Bäche durchwarten und überspringen. Den Schnee schmelzen und meine Spur hinterlassen.
Und so laufe ich einen Fuß vor den anderen setzend weiter. Ich laufe bis sie mir schmerzen und ich der Erschöpfung nahe bin, doch ich treibe mich an. Wandle weiter auf dieser Welt, durch dieses Paradies. Berge schieben sich vor meinen Augen vorbei, als würde sie auf Karren stehen und fortgezogen werden.
Und dann dort steht es. Ich weiß nicht, ob dies mein Ziel ist, aber es fühlt sich so an, als wenn ich endlich dort wäre. Die Tür steht sperrangelweit geöffnet. Äußerst einladend wirkt, als wenn sie nur für mich geöffnet hätte. Ich gehe näher darauf zu und vor dieser Tür erkenne ich mitten in der Luft ein rundliches Objekt schweben, welches seine Form zeitweise ändert. Es ist nicht vollkommen rund. Von Zeit zu Zeit bildet es Zacken aus, als würde es sich vor etwas oder jemanden fürchten. Ich gehe darauf zu und erkenne sehr bald, dass sich diese Kugel farblich ändert. Jeder Blick lässt sie in eine andere Farbe erstrahlen. Ich bin nahe. Nah genug, um sie zu berühren.
Irgendetwas in meinem Inneren sagt mir, dass es wichtig ist. Ich schaue es mir genauer an. Dunkle Zacken bilden sich gelegentlich aus und ich mache mich dran sie abzulösen. Ich breche sie ab und schiebe davon runter. Sie fallen zu Boden und versammeln sich. Es bildet sich ein kleiner schlammiger Haufen, der mir wütend eine kleine Faust entgegenstreckt.
“Heute nicht! Aber ein anderes Mal.” teile ich ihm mit und er trollt sich.
Es bildet sich ein schwarzer Schleier auf der Kugel und intuitiv mache ich mich dran und ergreife die Schwärze mit meinen Finger und beginnen sie herauszuziehen. So auch mit dem roten Zorn und dem neidischen Geld. Meine passive Haltung ergießt sich in einem matten blau und ich so ergeht Illusion des Weiß. Schlussendlich bleiben die Liebe des Rots, die bläuliche Ruhe und viele andere zurück. Der Boden vor mir wirkt wie ein Tuschkasten in dem der Zwergenaufstand geprobt wird. Protestierende Laute sind von dort zu hören. Ich erkläre, dass sie Heute nicht dabei sein können. Ich nehme die Kugel zwischen die Hände und hinein in das Gebäude. Die Tür schlägt hinter uns krachen zu, dennoch verspüre ich keine Furcht, denn diese ist Draußen geblieben.
Hier im Inneren setze ich mich mit meinem inneren selbst auseinander. Ich kultivieren die positiven Gefühle und Regungen in mir. Stärke sie und mich. Spüre die Harmonie in mir. Im Einklang mit mir selbst ergebe ich mich den Gefühlen, die ein Teil meiner sind und nicht verleugnet werden sollten. Ich stärke die positiven, um mich nicht übermannen zu lassen von den negativen. Ich steige empor auf ein anderen Ebene meiner Existenz und erlebe dieses wohlig warme Gefühl der Zufriedenheit und Gelassenheit in mir.
Nach diesem Vorgang trete ich hinaus und nehme sie wieder auf. Die Furcht versucht mich zu übermannen, doch ich gebe ihr Schutz und Geborgenheit, so dass sie sich nicht fürchten muss. Der Abscheu wird von mir begrüßt wie ein alter Freund und so geht es weiter. Die Kugel hat wieder ihre Ursprüngliche Form angenommen, wenngleich der negative Teil, welcher zu mir gehört doch etwas weniger präsent ist. Ich nehme meinen inneren Kern auf und fühle mich bestärkt in meinem Handeln. Nun kann es wieder weiter gehen.

Veröffentlicht unter Uncategorized | Verschlagwortet mit , , | 2 Kommentare

Aufwiedersehen (12)

Kapitel 20

Vielleicht würden meine Worte in der Lage sein ihrer ausdrucklosen Miene etwas Wärme zu entrinnen und so versuchte ich es einfach. In mir verkrampfte sich alles zu einem gigantischen Knäul mit dem die Katzen sicherlich gerne spielen würden. Mein Puls raste, wie der Formel 1-Fahrer und vermutlich ebenso schnell kamen die Worte aus meinem Mund heraus, der gegenwärtig so trocken, wie die Wüste Gobi selbst.
“In Ordnung.” setzte ich an und atmete nochmal kurz durch. Dieser Atemzug kam mir vor wie Stunden und blieb mir im Halse stecken.
“Nami?” sie stand mit verschränkten Armen vor mir und ihr trockener Gesichtsausdruck lies mich zögern. Was ist, wenn sie nicht so empfinden würde, wie ich? Es standen einige Leute um uns herum, die neugierig meiner Kundgebung bei wohnten. Ich schloss kurz die Augen und vor mir sah ich sie, wie sie mich anlächelte und mir die Geborgenheit spendete, die ich sonst immer gewohnt war und nun wusste ich wofür ich hier kämpfte. Ich öffnete die Augen, blickte fest in die ihrigen und ich meinte einen winzigen Hauch von Überraschung in diesen auszumachen.
“Nami, ich liebe dich!” sagte ich voller Überzeugung und ihre Ausdrucklose Miene bröckelte. Die Fassade fiel zu Boden, ähnlich wie ihre Arme, die nun zu Boden sanken. Ihr blickt sucht auf dem kalten Fliesenboden nach den Wörtern, die ihr anscheinend abhandengekommen waren. Ihr Mund öffnete sich leicht. Offenbar war dort etwas was versuchte hinauszukommen. Alle um uns herum waren still. Man hörte das Ticken der Uhr an der weißen Wand. Jeder Schlag bohrte sich in meinen Schädel ein, als würde man Nägel in diesen treiben. Nach einer Weile, die wie eine Ewigkeit wirkte, blickte sie mich an.
“Ich dich aber nicht.” sagte sie und ging davon. Die Umstehenden lachten. Sie lachten mich aus. Ihre Mädels zogen auch von dannen und die Stunde sollte wieder beginnen.
In der nachfolgenden Zeit wurde mir in kitschigster Art und Weise meine Darstellung vor Augen geführt. Nach jeder Darstellung lachte man lauthals über mich.
Wie konnte ich nur so dumm sein und annehmen, dass sie ebenso empfand? Ich kam mir wie der größte Trottel vor, der über diesen Planeten wandelte. Wie konnte ich dies bloß vor allen machen? Dies würde mir meine Leben lang nachhängen. Immer wieder würde man mich daran erinnern.
Ich war froh als endlich die Glocke schlug und dieser Tag ein Enden fand. Ich konnte nach Hause gehen. Alleine und ohne blöde Kommentare. In Ruhe konnte ich gehen. Die Tasche geschulter über die rechte Schulter lief so vor mir her. Der Lärm der Autos und Menschen um mich rum. Und dann dort, an der Kreuzung, stand sie. Sie blickte zu Boden. Ihre Haare fielen ihr ins Gesicht und vor sich hatte sie ihre Tasche in beiden Händen. Sie lehnte an der Straßenecke. Ich überquerte die Straße und lief direkte an ihr vorbei. Als ich im Inbegriff war dies zu tun, sagte sie: “Warte, bitte.” Ich war immer noch wütend oder sollte ich besser sagen gekränkt und wollte nun eigentlich nicht mit ihr reden. Ich lief kommentarlos an ihr vorbei. Doch sie fast mich am Saum meines linken Ärmels. Ich wandte mich um und sah in ihr Gesicht. Es war Tränen überströmt.

Veröffentlicht unter Uncategorized | Hinterlasse einen Kommentar