Was man blogt, so schallt es auch wieder heraus?

Zu bloggen heißt doch stets seine Persönlichkeit preiszugeben. Zu offenbaren was man denkt und worüber man denkt. Man legt Fremden seine tiefsten Gedanken und Wünsche offen, teilt ihnen seine Ängste und Sorgen mit. Der Blogger offenbart sich und seine Persönlichkeit, gibt sich den Meinungen anderer preis und auch deren Angriffen.
Schadet sich der Blogger hiermit nicht selber? Wird er dadurch nicht verwundbar und könnte sogar der Depression verfallen, wenn alle Leser seines Blogs seine Einträge attackieren und zureißen?
Sicherlich muss sich der Blogger im Klaren sein, dass nicht jeder Leser seine Einträge für literarisches Wunderwerk hält, doch wächst man nicht an seinen Kritikern.
Bruce Lee sagte einst: „Wenn du kritisiert wirst, dann musst du irgend etwas richtig machen. Denn man greift nur denjenigen an, der den Ball hat.“ Also ist das, was die Kritiker an den Texten eines Bloggers auszusetzen haben, nicht die Unfähigkeit des Bloggers Texte zu verfassen, sondern die eigene Unfähigkeit einzugestehen, dass dort jemand etwas Gutes geschaffen hat. Etwas Gutes, was man selber vielleicht gerne geschaffen hätte, also purer Neid des Kritikers?
Neid hat viele Gesichter und wird sicherlich auch hier wieder zutreffen, aber nicht auf Jeden.
An Kritikern wächst man, solange man die Kritik, wenn sie denn gerechtfertigt ist, annimmt und umzusetzen weiß. Durch die Kritik offenbart der Kritiker seine Meinung und seine Gedanken, so dass es hier zu einem Wechselspiel kommt, welches von beiden Seiten Einsatz verlangt, aber auch beiden Seiten etwas Neues geben kann.
Der Leser erhält vom Blogger einen Text über den er sich Gedanken machen kann. Dieser Text kann neue Blickwinkel auf ein Geschehen oder eine Tatsache eröffnen, die der Leser nicht berücksichtig hat und andersherum kann der Leser seine Meinung zu diesem Text widergeben, so dass der Blogger etwaige Aspekte neu aufnehmen kann.

Daher ist das Bloggen für mich kein stumpfes Mitteilen meiner Person, sondern geht dem Wunsch mit anderen Menschen in Kontakt zu treten und Meinungen auszutauschen nach.

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4 Antworten zu Was man blogt, so schallt es auch wieder heraus?

  1. Joop schreibt:

    Ist das offenbaren seiner Persönlichkeit und scheinbarer Schwächen gegenüber anderen nicht
    gleichzeitig auch wieder ein Zeichen von Stärke? Schließlich nimmt man ja so in kauf verwundbar
    zu sein. Freunde würden so etwas jedenfalls nicht ausnutzen.

    • winterschein schreibt:

      Sicherlich ist es auch ein Zeichen von Stärke sich zu offenbaren, diesen Aspekt sollte man auf gar keinen Fall vergessen, denn er ist ein sehr wichtiger.
      Ob Freunde allerdings solche Informationen nicht mal gegen einen verwenden, lasse ich mal offen, denn ich denke schon, dass es vermeintliche Freunde gibt, die zu einem solchen Mitel greifen, um jemanden zu denunzieren.
      Besten Dank für deinen Beitrag Joop!

  2. Turnbeutelvergesser schreibt:

    Andere benutzen sowas wie Facebook um sich mitzuteilen. Wie wär´s hiermit?

    Ein anderer Nebeneffekt ist, dass man als Autor auch Konsument von Texten und Inhalten ist, quasi ein interaktiver Austausch von sozialen Leben.

    • winterschein schreibt:

      Ich habe eine starke Aversion gegen Sociale-Netzwerke und ich denke auch nicht, dass diese der richtige Ort für meine Gedanken und Meinungen sind. Ich ziele nicht darauf ab mit möglichst vielen selbsternannten „Freunden“ meine Gedanken zu teilen. Meine Wunsch ist es, dass meine Texte gelesen werden, weil es Leute gibt, die sie lesen möchten.
      Des Weiteren lege ich keinen Wert darauf Kommentare wie: „LIege gerade mit Schatzi in der Dusche und fummeln ihn gerade die Flusen aus dem Bauchnabel.“ zu lesen. Allerdings denke ich, dass du das nicht mit „…als Autor auch Konsument von Texten und Inhalten ist,…“ oder? Du dachtest eher daran, dass man irgendwelche Texte(Büche, Gedichte, literarisch wertvolle Texte, etc.) liest und dass man darüber schreibt oder?

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