Und täglich grüßt der Mitbewohner

6:IrgendEtwasUhr. Ich habe gerade mal etwas über vier Stunden geschlafen und aus dem Flur schallt es blechernd und in minderen Qualität aus dem Mobiltelefon meines Mitbwohners – irgendein bescheuertes Assi-Lied, welches die meisten Leute erst nach einem kräftigen Schluck aus der Flasche mit hochprozentigen ertragen. Aber ich darf mir soetwas bereits früh am Morgen anhören, ohne auch nur irgendetwas im Magen zu haben, das ich erbrechen könnte.
Er tapert also mit dem Gerät über den Flur ins Bad und schließt hinter sich die Tür.
Ruhe… Nein, doch nicht. Er will duschen und damit er trotzdem der Musik lauschen kann, muss diese natürlich lauter gemacht werden. Blöde Dusche, wird er sich vermutlich denken, wieso macht die auch so viel Krach, dass ich meine wundervolle Musik nicht hören kann, ach das ist überhaupt kein Problem! Ich mache einfach die Musik so laut, dass ich sie auch unter der Dusche hören kann.
Dummerweise höre ich das nun auch, kann des Wegen nicht wieder einschlafen und muss diesen literarischen Ergüssen dieses bemerkenswerten Musikers lauschen.
Seinen wundervollen Astralkörper gereinigt, schlendert mein liebreizender Mitbewohner wieder in sein Zimmer. BUMM. Da knallt auch mal eine Tür, nicht das mich das stören würde, nein, ich will ja auch nicht weiterschlafen.
Als nächstes zieht diese wandelnde Tonkunst in die Küche um, wo mein Mitbwohner bei atemberaubenden Klängeln sein Frühstück zu sich nimmt. Schmeckt ja auch gleich viel besser, wenn einem einer während des Essens etwas vom Saufen vorsingt.
Damit er nun aber auch während des Zähneputzens den Lauten zu hören kann, macht er diese nochmal etwas lauter, denn schließlich muss man die Fähigkeiten seines Mobiltelfon auch mal demonstrieren, so dass es gar jeder Mitbwohner, ob er nun eigentlich schlafen möchte oder auch nicht, mitbekommt, wie toll dieses Wunderwerk  der Technik ist, außerdem muss man auch zwei Räume überwinden, denn das Handy liegt in der Küche, was immer noch durch den Flur vom Bad getrennt ist.
Somit darf man sich anhören, wie sich mein Mitbewohner die Zähne putzt und die Zahnpasterspucke auswürgt, während im Hintergrund das ganze durch die passende Musik untermalt wird.
Fertig machend, noch einige Türen hin und her schmeißend, verlässt das musizierende Mobiltelefon samt meinem Mitbwohner die Wohnung und schließt mich noch ein, damit er auch sichergeht, dass ich mir am nächsten Morgen wieder diesen Opus anhören, denn ohne Auditorium macht das Ganze schließlich nur halb so viel Spaß.

Mit dem Schlaf ist es übrigens aus.

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