Ein Plädoyer für den liberalen Emotionstransfer

Gefühle basieren sicherlich auf irgendwelchen chemischen Reaktionen in unserem Körper. Bei der Ausschüttung von Adrenalin befinden wir uns gerade unter Stress, nicht gerade ein angenehmes Gefühl.
Der österreichische Kaberettist und Schauspieler Werner Schneyder sagte einst: „Wir machen immer einen Fehler: Wir investieren Gefühle, statt sie zu verschenken. “
Womit er vielleicht nicht ganz unrecht hat, denn wir Menschen geben unsere Gefühle nur preis in der Hoffnung, dass wir dafür etwa zurückbekommen. Wir würden uns niemals einem anderen Menschen offenbaren, ohne, dass wir hoffen, vielleicht sogar wissen, dass er uns auch seine Emotionen kund tut. Niemand von uns würde jemanden sagen, dass er ihn liebt, ohne das er erahnt, das Gleiche zurück zu bekommen, aber warum agieren wir so?
Aus Angst! Aus Angst davor zurückgewiesen zu werden und dabei so viel von uns offenbart zu haben, was uns, wenn wir es nicht erwidert bekommen, verletzt.
„Wo viel Gefühl ist, ist auch viel Leid.“ gab Leonardo da Vinci einst von sich. In diesem obrigen genanten Zusammenhang gesetzt, würde man sicherlich vermuten, dass er Recht hat. Hat man viele Gefühle für eine Person, legt diese offen aus, aber die Person erwidert diese Gefühle nicht, dann kann einem das einen schmerzhaften Schlag in die Bauchgegend versetzen. Man fühlt sich wie gelähmt, die Enttäuschung ist gross und man fragt sich, wieso man so blöd war und es dieser Person gesagt hat.
Aber ist diese einmalige Enttäuschung, dieser Schmerz, nicht besser, als dieser einen Person Wochen, Monate oder gar Jahre hinterherzuhimmeln und sich in diesen nie erwiderten Gefühle zu verlieren? Hat Werner Schneyder mit seiner Aussagen nicht einen guten Punkt getroffen? Anstatt, dass wir erhoffen, Gefühle zurückzubekommen, sollte wir da nicht lieber besser mit unseren Gefühle offfen umgehen? Macht es einen nicht vielleicht auch mal zufriedener?
Angenommen man sagt seinen Freunden einfach mal, dass man sie gern hat. Dann wissen diese, dass sie gemocht werden, was bei ihnen ein positives Gefühl auslöst und man selber bekommt eventuell von dem ein oder anderen eine Rückmeldung. Diese könnte nun aber auch wieder so verstanden werden, dass man unbedingt eine Rückmeldung haben möchte, aber so ist es nicht gemeint. Es sollte spontan und völlig ungezwungen aus einem reinen Gefühl der Situation heraus gesagt werden.
Genauso sollte man sich stärkeren Gefühlen für einer Person klar werden, eingestehen und sicherlich auch offenlegen, auch wenn man davon auszugehen hat, dass diese Gefühle nicht erwidert werden.
Wieso nicht einfach zu einer Person hingehen, die man ganz toll findet und ihr dies sagen, auch wenn man zu befürchten hat, verletzt zu werden. Ist aber der Versuch es nicht wert? Es ist immer 50%ige Chance, dass die Gefühle erwidert werden. Und selbst, wenn es nicht zum Guten ausgeht, so hat weiss man doch zumindest woran man ist und muss sich nicht ständig mit der Frage beschäftigen, ob die andere Person auch so empfindet. Des Weiteren kann man diesen Schritt wagen, denn was hat man wirklich zu verlieren, entweder man ist danach immer noch Single oder die andere Person empfindet ähnlich und daraus kann dann etwas Wunderbares entstehen. Viel Schlimmer wäre es doch, wenn dieser Schritt nicht gemacht wird, aber beide etwas für einander empfinden. Sie treffen sich, reden, haben Spass zusammen und dann gehen sie wieder auseiander und dann denke beide: „Wieso habe ich mich nicht getraut?“ Weil man angst hat, etwas von sich preis zu geben, was aber so wundervoll ist, mit anderen zu teilen.
Ist es nicht auch schön gesagt zu bekommen, dass man gemocht wird? Sicherlich kann es einem auch sehr unangenehm sein, wenn man ein Liebesgeständnis erhält und es nicht erwidern kann, aber ist das denn so schlimm? Beide wissen dann wie es bestellt ist und können damit offen umgehen. Ob man es dann schafft damit umzugehen, sei auf einem anderen Blatt geschrieben.
Generell ist der Mensch dazu geneigt negative Emotionen zu offenbar, wie oft hat man schon den Satz gehört: „Ich bin gestresst“? Aber wie oft hört man wirklich: „Mir geht es Heute so gut!“ Wieso kann der Mensch leichter Negatives als Positives von sich geben?
Wieso kann man nicht einfach mal sagen, dass man etwas richtig gut findet?
Wieso sagen wir nicht mal, was wir schätzen?
Wieso sagen wir unseren Freunde nicht mal, was sie uns bedeuten?
Und wieso sagt man der Angebeteten nicht einfach mal, was man für sie empfindet?
Ich jedenfalls werden versuchen meine Emotionen liberaler zu transferieren.

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