Essay zum Thema „Liebe“

Liebe ist ein Gefühl, dass für jeden etwas besonderes ist und das jeder anders wahrnimmt.
Gerade aus dem Grund heraus, dass Liebe für jeden etwas anderes ist, kann man es nicht definieren oder in irgendwelche Bahnen lenken.
Oft wird gefragt, was“ Liebe“ denn sei? Und einige Törichte versuchen sich dieser Frage zu stellen, wieso versucht keiner zu erfassen, was „Liebe“ nicht ist? Wäre diese Herangehensweise einfacher? Wohl kaum, denn dadurch hätte man lediglich abgedeckt, was es nicht ist, aber es ergäbe sich keine Menge, die uns sagt, was „Liebe“ ausmacht.
Egal welche der beiden Fragen man nachgeht, man erhält zwei Mengen. Zwei Mengen die keine Schnittmenge haben? Zwei Mengen die so in ihrem bestehen fest sind? Das letztere wohl kaum, denn was der eine als Komponente der „Liebe“ auffasst, muss für den anderen noch lange nicht dazugehören.
Also was erhält man, wenn man dieser Frage nachgeht? Man erhält zwei Mengen, die vager und subjektiver nicht sein können. Warum versucht man denn überhaupt diesem Mysterium „Liebe“ auf die Schliche zu kommen?
Vermutlich aus Neugierde. Die Liebe ist geheimnisvoll, sie ist mystisch, sie ist nicht fassbar, daher wirkt sie eine große Anziehung auf uns aus. Nimmt man an dieser Stelle noch die Aussage des Literaturnobelpreisträgers Anatole France hinzu, der sagte: „Die Religion hat der Liebe einen großen Dienst erwiesen, indem sie sie zur Sünde erklärte.“ Dann kann deutlich werden, wieso die Liebe so erfolgreich ist und ein Verkaufprodukt  ist. Die Kirche hat es verboten, zumindest die Liebe im Sinne der Sexualität und dadurch bekam das ganze noch einen weiteren spannenden, verbotenen Aspekt.
Diesr Reiz, den die Liebe auf uns ausübt, wird wie ein Produkt gehandelt. Nehmen man beispielweise, dass Buch „Liebe – ein unordentliches Gefühl“ von David Richard Precht. Er, und viele weitere Leute, macht mit diesem Thema Geld, aber wieso ist das so erfolgreich? Weil die Leute wissen, wollen, was hinter dieser oft genannten, aber nie  verstandenen,  Liebe überhaupt steckt.
Auch wenn dieses Buch nicht wahnsinnig viel von sich gibt und man der ganzen Sache doch irgendwie nicht näher kommt, kommt der Titel der Sache doch recht nahe. „Unordentlich“ ist hier das Schlagwort, ein nicht zu weit entferntes Wort für dieses wäre „ungeordnet“ und damit sind wir wieder am Anfang. Man kann Liebe nicht ordnen, es lässt sich nicht eine Mengen stopfen, die es beschreibt.
Das einzige was möglich ist , um herauszufinden was Liebe überhaupt ist, ist Liebe zu widerfahren, sie zu spüren und zu teilen.
Was aber benötigt man, um zu lieben? Wenn es nach dem Willen des venezianischen Schriftstellers Giacomo Girolamo Casanova geht, dann besteht die Liebe zu dreiviertel aus Neugierde. Also benötigt man sehr viel Neugier, um Liebe zu spüren. Was sicherlich nicht falsch ist, da man sich, ich denke nun an der Liebe zwischen Mann und Frau, für den gegenüber interessiert und Interesse setzt Neugier voraus. Heißt das nun, dass man ohne Neugier nicht lieben kann? Neugier, Interesse an etwas oder jemanden ist doch Grundvoraussetzung eine Leidenschaft für etwas oder jemanden zu entwickeln. Wodurch wieder ein Bezug zu etwas oder jemanden entsteht und Beziehungen sind die Grundlage jeder Liebe. Denn wenn man keine Beziehung zu etwas oder jemanden hat, wie soll es dann möglich sein, dazu eine Liebe aufzubauen?

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7 Antworten zu Essay zum Thema „Liebe“

  1. freudefinder schreibt:

    drum lebe die Neugier

  2. Timotius schreibt:

    Ach ja, die Liebe! Ein Freund…ein Feind…ein Element…ein Sinn?! Schlimm nur wenn man die Liebe für etwas spührt/spührte, dass nicht greibar ist…

    • Mr. Winterschein schreibt:

      Oh, das ist ein interessanter Gedanke. Hättest du vielleicht ein paar Beispiele dazu?

      • Timotius schreibt:

        Man stelle sich vor, man lernt einen wundervollen Menschen kennen. Man weißt erst nicht wieso, aber man ist einfach gepackt von dieser Person. Am Abend des Kennenlernes kann man eigentlich gar nicht schlafen vor einer großen Runde Glücksrad im Kopf. Doch irgendwie findet man doch zur Ruh‘ und stellt am nächsten Morgen fest, dass dieser wundervolle Mensch auch in einem selbst zumindest einen recht tollen Menschen entdeckt hat. Das Gefühl, wenn es eins ist, ist merkwürdig. Eigentlich ist einem irgendwie schlecht, aber es ist eine schöne Übelkeit. Als würde ein neuer Sinn geschaffen, der die anderen Sinne blendet, eine Art 5. Element.
        Dieses Element nimmt einen ein, der Tag wird nur erfüllt von weiteren Runden Glücksrad im Oberstübchen.
        Doch irgendwann kommt der Punkt an dem man dem Glücksrad entgegenruft: „Ich möchte lösen: Liebe!?“
        Man lernt nun diesen Menschen kennen und wartet im Grunde auf die Antwort der Glücksfee am Glücksrad.
        Dir Zeit vergeht und es stockt…Wann kommt die Antwort? Man kann nicht warten, aber man muss. Doch dann gibt es von einer anderen Quelle den einen Lösungshinweis: „Dieser Mensch möchte momentan keine Bindung eingehen!“
        Und schon falle ich, das Loch ist tief, die Zeit steht, kein Glücksrad, das sich dreht, alles ruht. Und ich höre die Glücksfee sagen: „Leider falsch, Liebe ist heute leider nicht unsere Lösung!“ Und da ist sie wieder – die Liebe – mein Feind.
        Ich fange mit langsamen Schritten an dieses Tief zu verlassen, doch dann rutsche ich wieder ab, denn der wundervolle Mensch hat nun doch in unmittelbarer Zeit seinen wundervollen Menschen gefunden.
        Doch selbst man das Loch verlassen hat, kann man immer noch tief hineinblicken und die Frage bleibt: Wie lange soll man am Loch stehen bleiben und hineinblicken? – Denn ein Blick in die Tiefe liefert Erinnerungen und lässt einem die Liebe in Phasen und auch sicherlich in Zukunft wiedermal zum Freund werden.
        Denn so ist es nunmal eine Achterbahnfahrt mit Glücksradspiel…

        Man stelle sich nun vor, dass dies gar keine Vorstellung war…

  3. Mr. Winterschein schreibt:

    Wow, das ist ein schönes Stück Text. Darf ich daraus mal einen Artikel machen? Natürlich unter deinem Namen. Denn ich denke, dass das hier ein wenig unter geht und dafür ist es doch zu schade.

  4. Timotius schreibt:

    Ja, kannst du gerne tun! Habe ich nichts dagegen, da es ja doch sehr ausschweifend geworden ist. 😉

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