Gedanken

„Nur der Denkende erlebt sein Lebn, an Gedankenlosen zieht es vorbei“, so sagte einst die österreichische Schriftstellerin Marie von Eber-Eschenbach und wenn man es so nimmt, dann muss man davon ausgehen, dass Menschen die sich sehr viele Gedanken machen, auch viel von ihrem Leben erlebe. Aber wieso sollte dem so sein?
Man erlebt etwas und verarbeitet das Erlebte in seinen Gedanken, dadurch entwickeln sich neue Handlungsmuster, die einem in Zukunft vielleicht nützlich sein können. Weiterhin gibt es sicherlich ein Ereignis über das man Nachdenkt, um eine Lösung zu bekommen, wie man handeln soll. Durch dieses Denken bekommen unsere Handlungen eine vollkommen andere Bedeutung. Sie werden mehr mit persönlichen Inhalt gefüllt.
Nehmen wir Beispielsweise folgende Szenerie. Der Junge schenkt dem Mädchen eine Blume. Folgendes könnte in dem Kopf des Mädchens von sich gehen.
Entweder sie misst dem Ganzen keine Bedeutung zu und die Sache ist damit für sie gegessen, dadurch bekommt diese Handlung keinen großen Stellenwert oder sie denkt sich, dass der Junge sie mag und ihr deswegen Blumen schenkt, somit könnte diese Handlung in ihrem Gedächtnis eingebrannt werden, wie sie von ihm das erste Mal Blumen bekommen hat. Was der Handlung einen ganz anderen Charakter verpasst. Durch solche Gedanken bekommen solche kleinen Momente eine ganz andere Gewichtung im Leben und man kann seinem Leben wieder einen besonderen Moment hinzufügen. Einen Moment den man sich gedanklich bewusster macht, macht das Leben auch bewusster.
Auch der Philosoph Immanuel Kant sagte seinerzeit: „Je mehr du gedacht, je mehr du getan hast, desto länger hast du gelebt.“ Womit er nicht so unrecht hat, denn je weniger man macht, desto bedeutungsloser fließt die Zeit dahin und hinterlässt nichts. Wieder eine nutzlose Minute die verstrichen ist, in der man nichts gemacht hat. Denn nur die Zeit, die wir uns nehmen, ist auch Zeit, die uns etwas gibt, so der östereichische Lehrer und Autor  Ernst Ferstl. Wenn wir uns nicht die Zeit für manche Dinge nehmen, lernen wir diese Dinge nicht zu schätzen, zum Beispiel Baden. Man nimmt sich bewusst die Zeit und setzt sich in eine heiße, mit Schaum übersähte Badewanne und genießt die Zeit in dieser, dadurch erhalten wir Entspannung und lernen dieses wesentlich intensiver zu schätzen.
Neben diesen Gedanken gibt es noch Gedanken die rastlos in unseren Köpfen herumirren. Wir können zu diesen Gedanken keine Lösungen oder Handlungsansätze finden, die uns für sinnig erscheinen, denn alle Lösungsansätze erscheinen uns zugleich richtig wie auch falsch. Man erhält einfach keine gute Lösung und der Gedanke kreist immer weiter durch unseren Kopf. Er kreist und kreist, man denkt in die eine Richtung, dann in die andere, aber man findet kein Ergebnis und wird irgendwann so verzweifelt, dass man sich den nächst besten Lösungsansatz hingibt und ihn vollzieht. Aber ist das schlecht?
Wohl kaum, denn dadurch handeln wir zumindest und erleben unser Leben. Wir machen Erfahrungen, die uns dabei helfen ähnliche Gedanken/Situationen zu bewältigen.
Wäre es denn nicht auch langweilig, wenn wir nicht denken würden? So schrieb der griechische Philosoph Plato, dass das Denken das Selbstgespräch der Seele sei.

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2 Antworten zu Gedanken

  1. SirGrinsekatze schreibt:

    “Denn nur die Zeit, die wir uns nehmen, ist auch Zeit, die uns etwas gibt“ – Ich mag diesen Satz sehr & kann ihn vollkommen nachvollziehen. Ich seh das ganz genauso. Schließlich leben wir nur einmal, also sollten wir uns die Zeit fuer Besondere Dinge nehmen & darueber nachdenken. Schließlich leben wir ja nur einmal!

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