Ich glaube, du glaubst, er/ sie/ es glaubt, wir glauben, ihr glaubt, sie glauben!

An dieser Stelle möchte auch mich einmal outen! Ich glaube nicht an eine höhere Entität, so wie es in dem Koran, der Bibel oder sonst einer Schrift postuliert wird. Ich glaube mir auch nicht meinen eigenen Glauben beisammen. Ich respektieren den Glauben jeder Person, sei der Glaube noch so verquer, meiner Ansicht nach, aber solange man nicht bewiesen hat, dass es eine höhere Macht gibt, werde ich nicht daran glaube, dass mein Handeln von dieser Kraft beeinflusst wird. Ich glaube nicht an eine Art Masterplan für alles und jeden. Jeder ist sein Glückes Schmied und ist für seine eigene Zukunft und manchmal auch für die anderer verantwortlich.
Auch wenn ich daran nicht glaube, so hege ich doch ein gewissen Interesse für Glaubensarten. In letzter Zeit fällt mit immer öfter auf, dass es Menschen gibt, die sich nicht mit der Institution Kirche anfreunden können, da diese doch viel Vertrauen verspielt hat. Für viele Menschen existiert nicht mehr der einheitlich Glaube an einer Religion, sondern vielmehr ihr persönlicher Glaube, den sie aus den Schriften für sich entnehmen. Die Kirche gibt ihnen nicht das, was sie brauchen. Die Kirche ist Tod. Sie erreicht nicht mehr ihre Leute, da sie nicht weiß, wie es dort draußen aussieht. Man hängt sich an der Schrift auf und nimmt sich selber dadurch die Luft zum Atmen. Freiraum und Entfaltung finden nicht statt, stattdessen wird starr an wenigen Worten festgehalten, die aber leider nicht mehr unbedingt der heutigen Zeit angemessen sind. Beziehungsweise sie bedürfen einer Anpassung, einer Neu-Interpretation für dieses Zeitalter.
Meiner Ansicht nach hat die Kirche den Sprung in die Neuzeit nicht geschafft. Doch dabei wäre sie, vor allem in der heutigen Zeit, wo Kulturen und Glauben mehr den je aufeinander treffen, von Nöten, um einen reizvollen Dialog zu führen. Auch sei die Kirche sicher sehr hilfreich für viele Menschen, die in dieser hektischen Zeit nicht mehr wissen, wo sie hingehören. Die Kirche könnte Halt geben, sie könnte den Menschen eine Richtlinie aufweisen, damit ihr Leben wieder eine Struktur erhält. Sie könnte Gemeinschaft bieten, dort wo keine ist. Doch diese Aufgaben verpasst die Kirche leider zu oft. Es existieren sicherlich immer Ausnahmen, diese sind leider nicht Flächendeckend.
Die Kirche bietet einfach nicht mehr das, was die predigt. Liebe und Aufgeschlossenheit.
Dabei sollte jeder beides besitzen.

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5 Antworten zu Ich glaube, du glaubst, er/ sie/ es glaubt, wir glauben, ihr glaubt, sie glauben!

  1. seele schreibt:

    Lieber Mr. Winterschein,
    ich glaube an Gott. Aber es ist keine besondere Leistung von mir. Ich wurde in eine Gottgläubige Familie einfach hinein geboren. Mit Gott verbinde ich den Begriff Liebe und Geborgenheit. Mein Leben ohne Gott ist daher für mich einfach unvorstellbar. Es ist als ob ich meine Eltern nicht lieben würde. Erst in Europa finde ich viele Menschen, die sich offen bekennen, dass sie nicht an Gott glauben. Wie führen sie dann ihr Leben, frage ich mich oft. Wie bewältigen sie ihr Leid, ihre nicht selten grausame Schicksalschläge, Verluste ihren Liebsten und Einsamkeit? Von irgendwo müssen sie sich doch die Kräfte holen können. Wir sind doch so schwach. Wie viele Menschen gehen zugrunde wegen Lieblosigkeit, Kälte und Verachtung anderer. Der Körper ist noch schwacher als die Seele. Sie altern und sterben. Wer schützt ihre Seele? Ist Liebe nicht die einzigste, was ein Mensch zum überleben braucht? Nicht jeder hat das Glück von anderen geliebt zu werden. Was ist Würde? Ich habe noch so viele Fragen. Aber ich denke, als Gläubiger Mensch, dh ein Leben mit „Plan“ kann ich nicht schlechter sein als diejenige, die ohne. Ich hoffe, dass ich der Wahrheit näher bin an dem Tag ich sterbe.
    Lieber Mr. Winterschein, ich danke für Ihre Gedanken über Glaube und vor allem über Ihre Toleranz den Gläubigen gegenüber, dass Sie ohne gehobene Zeigefinger für dieses Thema Interresieren und einen nachdenklichen und sachlichen Artikel geschrieben haben.
    Gott behüte Sie, Seele

    • Mr. Winterschein schreibt:

      Moin Seele,
      ich danke Ihnen erstmal für Ihren sehr ausführlichen Kommentar.
      Aber ich auch ein paar Fragen, die mir beim Lesen gekommen sind.
      Denken Sie wirklich, dass der Mensch schwach ist? Ich kann mich mit diesem Gedanken nicht anfreunden. Hat nicht jeder Mensch eine gewisse Innerestärke? Und inwieweit er dazu bereit sich aufzuraffen, kann er diese nutzen.
      Wie stehen Sie überhaupt nicht-gläubigen Menschen gegenüber? Nach ihrem Schreiben könnte man denken, dass Sie diese für schwach halten? Dann würden Sie mir auch eine gewisse Schäche unterstellen wollen? Nur weil ich nicht glauben? Wäre das nicht Intollerant? Und predigt die Kirche nicht Tollerenanz?
      Weiterhin würde mich interessieren, ob sie an Gott glauben oder den glauben mit einer Institution teilen(katholische Kirche, Prostestenten, etc.)?
      So, nun möchte ich aber auch durchaus versuchen einige der Fragen, die Sie oben aufgeworfen haben zu klären. Ich bin nämlich ein Freund von Verständigung.
      Wie ich Leid und Schicksalsschläge bewältige ist leicht zu beantworten udn trifft vermutlich nur in meinem Fall zu. Selbstverständlich rede ich mit meinen Freunden darüber, denke darüber nach und schreibe. Ich schreibe mir viel von der Seele, wo sie vermutlich den Trost bei Ihrem Gott suchen?
      Will ich das meine Seele geschützt wird? Wozu sollte meine Seele beschützt werden? Ich denke, dass ich durch jeder Aktion mit einem Mitmenschen einen Stück meiner Seele weitergebe. Durch diese Kommunikation gebe ich einen Teil meiner Seele an Sie ab und dadurch wird sie doch unsterblich, denn vielleicht geben Sie etwas von dem hier an andere Menschen weiter und soweiter. Meine Seele und die jedes Menschen ist unsterblich in der Menschheit verankert. Weiterhin denke ich auch, dass es irgendwie komisch wäre, wenn es soetwas wie einen Himmel gibt(nicht abwertend gemeint), in dem alles besser sein soll. Warum sollte ich dann noch leben, wenn es dort besser ist? Ich weiß man soll sich nach der Bibel nicht selber umbringen, aber gut. Ich denke zumindest, dass Sie das verstehen können, was ich meine.

      …Teil 2 kommt gleich…

      • Mr. Winterschein schreibt:

        Liebe ist sicherlich nicht das Einzigste was eine Mensch zum Leben braucht. Nahrung und Flüssigkeit sind wesentlich grundlegender. Ich zum Beispiel habe von meinen Eltern nicht sonderlich viele Gefühle entgegengebracht bekommen, erst durch eine Beziehung habe ich gelernt, was Gefühle, unter anderem auch Liebe, überhaupt sind.
        Was ist Würde? Das ist eine gute Frage. Würde bedeute nichts anderes als das man eine einzigartige Seinsbestimmung hat. Was soviel bedeutet, dass jeder sich so einzigartig geben kann wie er möchte, solange er sich in den durch den Staat gegebenen Gesetzen hält (das ist nun meine Ansicht), und niemand hat das recht ihn in seinem Sein zu kritisieren.
        Was bedeutet Würde für Sie?
        Ich verstehe nicht ganz, wieso sollte man überhaupt denken, dass Sie schlechter sind, als ich? Wir sind doch alle Menschen und somit ist jeder gleich viel Wert. Ein guter Freund ist mir sicherlich mehr Wert als Ihnen, außer wir sollten uns einen Freundeskreis teilen, aber ansonsten sind wir doch alle gleich. Wir sind alle Menschen.

  2. Seele schreibt:

    Lieber Mr. Winterschein,
    ich habe verstanden was Sie geschrieben haben, aber ich konnte scheinbar mit meinem Sprachkenntniss Ihnen nicht rüber bringen was ich empfinde.
    Ja ich finde, dass die Menschen schwach sind. Warum ich das so empfinde, werden Sie nicht verstehen. Ich finde mich schwach, deswegen bin ich meinen Eltern dankbar, dass ich an Gott glaube. Daher finde ich die Menschen, die Gott nicht kennen müssen stark sein. Deswegen wundere ich mich oft, woher sie die Kraft herholen. Dass Sie mich gleich als intolerrant bezeichnen finde ich schade. Ich denke, dass es besser ist, dass ich Sie am besten nicht mehr kommentiere. Nicht nur, weil ich mich nicht richtig ausdrücken kann, sondern ich merke, dass wir irgendwie nicht über ein gleiches Thema reden. Zum Beispiel wie kommen Sie auf Himmel? Wieso meinen Sie, dass ich der Meinung bin, dass im Himmel alles besser sein sollte? Was ist überhaupt Himmel? Was hat das mit Glauben an Gott zu tun?
    Mir gefällt aber weiterhin fast alle Ihre geschriebene Gedanken.
    Alles Gute, Seele

    • Mr. Winterschein schreibt:

      Moin Seele,
      dann muss ich aber auch sagen, dass auch Sie mich falsch verstehen. Ja, ich habe Sie falsch verstanden, aber können wir nicht im Dialog bleiben, um diese Missverständnisse aus dem Weg zu räumen? Mich zumindest würde das freuen, denn sonst bleibt für mich etwas unausgesprochen im Raum stehen.
      Im Übrigen habe ich Ihnen nicht vorgworfen, dass sie intollerant sind, sonderlich lediglich aus dem Missverständnis, über die Schäche des Menschen, einen Schluss gezogen, der dann ja leider falsch wurde.
      Und die Sache mit dem Himmel habe ich nicht auf Sie bezogen.
      Ich denke, dass wir beide ein gewissen Kommunikationsproblem haben. Es würde mich aber freuen, wenn wir dieses bei Seite räumen könnten. Mich würde es freuen von Ihnen zu hören. Des Weiteren würde ich wirklich gerne wissen, wie Sie darauf kommen, dass die Menschen schwach sind. Vielleicht verstehe ich SIe ja doch.
      Falls Sie mir doch weiterhin schreiben würden, würde mich das freuen und Sie können mich ruhig „Duzen“. Ich entschuldige mich nochmals für die Missverstädnisse.
      Einen schönen Ihnen noch.
      Mr. Winterscheien

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