Der Weg zum Bus

Ich trete aus der Tür heraus und schließe diese sorgfältig zwei Mal ab. Im Hausflur muss ich zwei Stockwerke nach unten gehen. Auf diesem Weg verlässt eine der Nachbarn die Wohnung. Ich grüße sie, sie grüßt mich und ich gehe weiter. Ich öffne die Tür und halte sie ihr auf. Draußen ist es schön warm. Es prickelt leicht auf der Haut. Ich gehe den Bürgersteig entlang und überquere nach rund 100m eine Straße, allerdings muss ich auf die Autos achten, biege dann rechts ab und folge dem bäumengesäumten Weg ein Stück bis ich rechts an einer Ampel stehen bleiben muss, um auf das grüne Männchen zu warten. Bei Grün laufe ich ordnungsgemäß weiter und komme rechtzeitg bei der Bushaltestelle an und kann ohne größeres warten in den Bus einsteigen.

Ooooooder:

Vorsichtig öffne ich die Tür. Ich lausche. Niemand ist zu hören. Ich spähe hinaus in das von Feinden besetzte Treppenhaus. Niemand zu sehen. Ich öffne die Tür ein Stück weiter. Niemand zu sehen. Die Luft scheint rein zu sein. Mit der MG im Anschlag überquere ich den Flur bis zur nächsten geschützten Stelle. Vielleicht sind irgendwo Scharfschützen. Nichts ist zu hören. Die Tür hinter mir knallt durch einen Windzug zu. Wenn mich bisher niemand gehört hat, dann nun aber! Ich schaue die Treppe runter. Niemand  zu sehen, aber da! Ein Geräusch. Die Tür unten geht auf.
„Hilfe!!“ Eine Alliierte! Ich eile die Treppe herunter. Ich höre Gefechtfeuer! Dort steht sie. Schwerst verwundet. Ich eile zu ihr und sehe, dass ihr zwei Terroristen im Nacken sitzen. Ich schieße. Ich greife sie unter den Arm und trage sie die Treppe hinunter. Die Tür ist aus den Angeln gerissen, vermutlich eine Fliegerbombe. Ich gehe nach Draußen.
Die Sonnen brennt auf meine Haut hinunter. Ich habe keine Sonnencreme und meine Haut sieht schon ganz rot aus. Ich habe kaum noch etwas zu trinken. Die Wüste scheint endlos zu sein. Lange halte ich es hier nicht mehr aus. Der Sand in meinen Schuhe macht mich kirre. Der Sand in meiner Hose nervt auch und der restlich Sand überall anders macht mich wahnsinnig. Ich stapfe voran, ein Fuss vor den anderen. Ich brauche Wasser!
Und dann dort, ein Fluss.
Ich setze den ersten Fuss hinein und merke sehr bald, dass dies ein dumme Idee war. Im Wasser bewegt sich etwas. Unter eiligen Schritten gehe ich zurück ans Ufer. Gerade noch rechtzeitig, denn dann tauchen dort dutzende Krokodile auf. Eines hungriger als das andere und ich scheine deren einzige Nahrungsquelle zu sein. Mit meiner Peitsche greife ich nach einem Ast der über den Fluss hängt und schwinge mich unter krachenden Kiefern über den Fluss. Mit beiden Beinen stehe ich nun in diesem dichten Urwald. Mit der Machete schlage ich mir den Weg frei. Ich komme nur sehr langsam voran. Es ist heiß. Es ist feucht und überall diese Mücken, die einem bei lebendigen Leib, das letzte Tröpfchen Blut aus den Adern saugen. Doch dann sehe ich dort durch das Dickicht eine rotes Funkeln. Die Ampel zeigt rot und ich mache mich bereit. Gleich wird die Ampel auf Grün umschalten. Ich lasse nochmal den Motor aufheulen, um meine Gegner zu verunsichern.
Die Ampel bleibt beharrlich auf Rot. Ich schaue nach links. Ich schau nach rechts. Diese Tülpe haben doch keine Chance gegen mich. Orange! Grün! Mit einem Blitzstart rase ich davon und stehe dann vor dem Absprung. Ich nehme meinen ganzen Mut zusammen und stoße mich ab. Der kalte Wind  saust an mir vorbei und ich drücke mich am Schanzentisch ab und zeige dann dem Busfahrer mein Ticket.

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