Mittendrin und doch nicht dabei – Das Ende einer Geschichte, die erzählt werden sollte

Ich legte mich, nachdem ich aus diesem merkwürdigen Zustand wieder erwacht war und ich wieder klar denken konnte, schlafen. Mein Schlaf war unruhig. Gerade so, als wenn mich Yuki wieder berühren würde, so kam es mir zumindest vor. Aber da war auch jedes Mal wieder dieser Lichtblick in dieser Finsternis. Doch vermochte diese Fünkchen nicht die Schwärze zu durchdringen und noch weniger vermochte ich es dieses Licht zu erreichen. Endlos erschien mir diese Dunkelheit.
Wie ich am nächsten Morgen erwachte ich, bevor auch nur der erste Vogel daran dachte ein Lobeslied auf den neuen Tag zu zwitschern, abgesehen davon, dass es Winter war, stellte ich, nach einem Blick auf meine Uhr, fest, dass es erst 4:00Uhr war.
Ich drehte mich, konnte aber nicht wieder in den Schlaf finden. Ich zog mich an. Ging hinaus auf den Flur und dann durch die Herberge und nach Draußen. Draußen war es lausig kalt. Jenseits der Null Grad. Ich genoß es aber. Es war ruhig. Ich blickte mich um. Überall dieser weiße Pracht. Nirgends war ein Makel an diese Schneedecke, die sich über das Gebirge gelegt hatte.
Wie ich mich so umschaute, sah ich dort an der Hausecke roten Schnee. Roter Schnee? Ich ging langsam auf die Ecke zu. Die rote Schneefütze wurde größer und wie ich fast an der Ecke war, sah ich einen Arm. Dieser Arm war bläulichblass und das Handgelenkt war aufgeschlitzt. Der Schnee hatte aus diesen Adern seine Färbung. Tief atmend ging ich um die Ecke. Yuki! Yuki lagt dort. Blau und blass. Jeder Farbe, wenn sie denn jemals welche hatte, war von ihrer Haut entwichen. Leblos an der Wand sitzend.
„Yuki!“ sagte ich unsicher.
„Yuki!!“ ich schrie sie an. Sie bewegt sich nicht. Sie zuckte nicht.
Ich ließ mich auf die Knie fallen, packte sie an den Schultern und schüttelte sie. Doch sie war ganz steif. Sie war kalt. Sie war tod. Ich begann zu weinen. Still rannen die Tränen meine Wangen hinunter. Ich hielt sie in den Armen. Die Sekunden verstrichen, wie ich diesen leblosen Körper an mich presste. Minuten verstrichen, ohne das ich mich bewegt. Die Kälte klomm in mir hoch, aber nicht wegen Yuki. Sie war kalt. Da war gar nichts mehr. Diese kleine Fünkchen. Es war verschwunden und zurück blieb nichts, außer kälte.
Ich drückte sie weg von mir. Schaute mir ihr Gesicht an. Es zeigte mir etwas, was ich vorher nie sah. Ein Lächeln.
Ich schrie!

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6 Antworten zu Mittendrin und doch nicht dabei – Das Ende einer Geschichte, die erzählt werden sollte

  1. SirGrinsekatze schreibt:

    Das ist ein sehr emotionales & krasses Ende. Ich habe wirklich Traenen in den Augen..

    • Mr. Winterschein schreibt:

      Das Leben ist eben nicht immer Ponyhof. Hat es dir denn trotzdem gefallen? Kam das Ende überraschend für dich? Was hattest du denn nach Teil drei erwartet?

      • SirGrinsekatze schreibt:

        Ja, gefallen hat mir die Geschichte auf jeden Fall! Und na ja.. so ueberraschend war es nicht, es war etwas abzusehen, das nach der Situation auf dem Zimmer etwas Negatives passiert. Aber dass Yuki wirklich stirbt, haette ich nicht erwartet .. Aber auf jeden Fall sehr, sehr gut geschrieben!

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