Es geht nicht weiter

Und da bin ich. Angekommen an einem Punkt meines Lebens, wo ich einfach nicht weiß, wie ich weitermachen soll. Ich habe großartige Freunde, mit denen ich viel Spaß haben. Ich habe ein schönes Zuhause, auch wenn die Mitbewohner manchmal recht anstrengend sind.
Was mir aber im meinem Leben gerade wirklich fehlt ist Ordnung. Ich habe momentan das Gefühl, dass mein Leben nicht geordnet ist und das ich nun von einen auf den nächsten Tag existieren. Ich versuche die Tage rumzubekommen, um mir dann abends im Bett zu sagen, dass ich morgen etwas ändern werde. Ich bin träge. Antriebslosigkeit herrscht in mir vor und ich weiß zur Zeit keine Lösung. Ich schaffe es immer für ein oder zwei Tage diesen Zustand zu durchbrechen. Dies kostet mich viel Kraft. Doch dann verfallen ich wieder in diesem Trott. In dem Trott des Nichts-tun. Dieser Zustand macht mich unglücklich. Ich weiß, dass ich das schon mal in meinem Leben hatte, aber da hatte ich jemanden an meiner Seite, der mir sehr geholfen hat. Doch dieser jemand ist nicht mehr da und da wären wir an einem weiteren Punkt in meinem Leben, der mich äußerst unzufrieden stimmt. Ich hätte gerne jemanden an dem ich mich ankuscheln kann. Jemanden, der mir Liebe und Geborgenheit entgegenbringt und dem ich das auch entgegenbringen kann. Es gibt da eine Person, doch leider ist sie nicht interessiert. Gefühle sind schon etwas haarsträubendes. Wer hat die noch gleich erfunden?
Was mir in meinem Leben wirklich fehlt, ist die Nähe, körperlich wie auch seelisch, zu einer Person/Frau. Ich brauche jemanden mit dem ich eine tiefe seelische Verbindung eingehen kann. Eine Person, der ich alles erzählen kann und sogar die Dinge anvertraue, die ich mir selber nicht mal erzähle.
So, wie es zur Zeit in meinem Leben aussieht, geht es nicht weiter. Aber so recht weiß ich nicht, wie ich es ändern soll? Vermutlich muss ich mich einmal aufraffen und dann so richtig durchquälen, bis dieses Gefühl des Sich-Dauernd-Anstrengens weg ist und sich ein Gefühl der Normalität eingestellt hat. Wie soll ich mit jemand anderen eine Beziehung führen, wenn ich mit mir selber nicht im Reinen bin. Ich muss erst mit selber klar kommen, bevor ich auch mit jemand anderen klar kommen kann. Wie soll ich jemanden lieben, wenn ich nicht mal mich selber liebe. Das alles war mal anders, aber nun ist es nicht mehr so und ich muss von Vorne anfangen. Ich weiß, dass ich das kann, aber man muss einen Anfang machen.

Also fange ich nun an!

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4 Antworten zu Es geht nicht weiter

  1. apfelesserin schreibt:

    Lieber Mr. W., ich denke nicht, dass Du von vorn anfangen musst, aber es könnte sein, dass das, woran Du bislang geglaubt und wonach Du gelebt hast, nun nicht mehr stimmig ist, mit Deiner derzeitigen Entwicklung. Auf dem, was Du bislang gelernt und gelebt hast, kannst Du aber „aufbauen“.

    Vielleicht ist Dir auf dem Weg schon einiges klar geworden, erst unbewusst vielleicht, dann bewusst und nun kulminiert alles in diesem Gefühl der Müdigkeit. Was macht Dich so müde? Weißt Du das? Vielleicht wäre das interessant herauszufinden? Kannst Du das, was Dich so müde macht, fallen lassen, sein lassen, darauf verzichten, es loslassen?

    Du sagst, Du hättest gern Ordnung in Deinem Leben. Deine Texte hier wirken „ordentlich“, meint: nachvollziehbar, recht klar. Ordnung – was meinst Du eigentlich mit Ordnung? Ich glaube, dass „Chaos“ der „neuen Ordnung“ voran bzw. voraus geht. Und vielleicht ist Ordnung etwas zu Künstliches, was gar nicht zu Dir und Deinem Leben passt, weil Du viel zu lebendig bist?

    Vielleicht meinst Du mit Ordnung eigentlich Ruhe und Konzentration auf das Wesentliche? Ich kann dieses Bedürfnis sehr gut verstehen. Gerade in Zeiten, in denen man das Gefühl hat, nichts ist mehr, wie es war und was ist überhaupt wahr? – da sehnt man sich nach diesem Zustand (Ruhe und Konzentration aufs Wesentliche).

    Ich kann auch verstehen, dass Du Dich nach Austausch mit einem Seelenverwandten / Gleichgesinnten / Partner/-in sehnst. Ich denke, dass wir das alle tun, weil wir alle allein sind. Aber wenn es gerade so ist, dass niemand da ist, dann ist eben gerade niemand da und vielleicht ist es kein Trost, wenn ich Dir jetzt schreibe, dass Du ja Dich hast, – aber es ist einer. Außerdem hast Du ja noch Dein Blog und die Leute, die um Dich herum sind und die Dich mögen. Aber vielleicht hast Du ja auch gerade eine Zeit, in der Du (allein) zu Dir kommen musst, im eigentlichen und im übertragenen Sinne.

    Gut zu Dir sein, dass kannst Du auch alleine. Jeden Tag ein wenig. Dazu gehört auch, Dir Ruhe und Pausen zu gönnen, wie auch Bewegung. Ich glaube, Du bist schon ganz gut darin, gut zu Dir zu sein. Du schreibst auf, was mit und in Dir los ist, was Dich beschäftigt und Dir wichtig ist. Das ist auch eine Form von Sorgen für sich selbst, von sich-selbst-lieben.

    Wenn Du weißt, was Dir gut tut, tu es. Und sei geduldig mit Dir und nicht enttäuscht, wenn es Dir nicht sofort gelingt. Du bist ein Mensch und niemand schafft es immer alles zu schaffen. Das ist auch „in Ordnung“ so. Wir sind ja keine Roboter. Take your time. Alles Liebe und Gute für Dich!

    Lieben Gruß vom Nachbarblog
    die apfelesserin

    • Mr. Winterschein schreibt:

      Hallo A.,
      das nenne ich mal einen langen, aber sehr schönen und doch auch recht eingreifenden Kommentar. Eingreifend in so fern, dass er in mich eingreift und in mir etwas auslöst und dass Du vielleicht gar nicht so unrecht hast. Mit Ordnung meine ich einfach nur, die Dinge wieder hinzubekommen. Beispielsweise, Heute nehmen ich mir das vor und Morgen das. Sowas würde mir schon viel helfen, aber ich kann mich zur Zeit einfach nicht dazu bemühen, was mir ein wenig auf der Seele liegt. Ich bin ein Recht ordnungsliebender Mensch, in der Hinsicht meine To-Do-Liste zu bearbeiten, aber diese fehlt mir in letzter Zeit einfach. Ich habe meine To-Do-Liste, aber sie wird nur länger, was mich irgendwie frustriert. Sicherlich beschäftige ich mich mir selber. Dieser Blog ist in der Tat das beste Beispiel dafür. Aber was mir in meinem wirklich fehlt ist ein geordneter Tagesablauf, den ich momentan nicht habe und ich glaube, dass dort der Hund begraben liegt.
      Hab vielen lieben Dank für deine Worte.
      Grüße zurück aus der Nachbarschaft.
      Mr. W.

  2. Tare schreibt:

    Bei mir funktioniert Ordnung auch nach der „Chaostheorie“. Zumindest wenn ich meinen Schreibtisch betrachte. Ich kann mich „Apfelesserins“ Kommentar nur anschließen. Ich denke, Selbsterkenntnis ist der erste Schritt zur Selbstfindung.
    Ich verstehe Deine Sehnsucht nach tiefer Verbundenheit zu einem Menschen. Wir sind nicht erschaffen (oder sind entstanden), um alleine für uns selbst zu sein. Natürlich hat jeder seine Phase, in der sich zurückziehen will. Aber die Aussicht „nach Hause zu kommen“, jemanden zu haben, der für einen da ist, gibt uns Kraft. Diese Phasen des Tiefs, der Antriebslosigkeit helfen uns..langfristig, zu uns selbst zu finden. Meist lernt man so etwas im Nachhinein erst zu schätzen, denn, wer fühlt sich schon gerne allein?
    Ich wünsche Dir innere Kraft und Ausgeglichenheit auf Deinem Weg. Dieser Blog ist Dir dabei auch nützlich.

    • Mr. Winterschein schreibt:

      Bei dem Schreibtisch kann ich mitreden. Vielleicht sollte ich an dieser Stelle beginnen und den aufräumen und dann den Rest in meinem Leben.
      Danke für Deine Worte und noch einen schönen Sonntag Dir.
      Mr. W.

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