In der Schwebe

Ich schwebe. Um mich herum… Nichts. Ich bin alleine und um mich herum ist nur Leere. Unendliche dunkle Leere. Und ich schwebe hier. Meine Augen sind geschlossen. Es ist dunkel und kalt. Ich merke wie ich hier treibe. Ich treibe ziellos ist der Schwerelosigkeit. Ohne Halt und Anhaltpsunkt schwebe ich.
Aber wie kam ich hier her? Es begann damit, dass mir der Boden unter füßen weggerissen wurde. Dass ein mir sehr wichtiger Mensch meine Bühne verlassen hat und nun in einem anderen Theater spielt. Ich schwebe umher und manchmal hat diese Person einen Gastauftritt bei mir. Doch es nichts mehr so wie früher. Meine Füße haben den Boden verlassen. Ich schwebte davon, in die Leere. In eine tiefe Dunkelheit, wo ich meine Augen verschloss. Ich verschloss sie, um mit mir allein zu sein, aber das hilft nicht. Ich schwebe immer noch. Es bringt mir nichts. Mich nur mit mir auseinander zu setzen. Ich brauche den Kontakt, um nicht mehr bloß durch die Gegend zu treiben. Ich brauche den Kontakt, um mit einer Navigations durch das Leben zu schweben. Ich brauche den Austausch, um mit dem Schweben zu enden. Ich will nicht mehr schweben. Ich will die Kontrolle zurück. Die die mir abhanden gekommen ist. Ich will nicht mehr schweben, was mir nur ein Gefühl vom Treiben in Pudding gibt. Ich will mich bewegen. Ich will den Mühsal des sich auf den Beinen halten spühren. Ich will nicht mehr einfach nur davon träumen meine Gliedmaßen zu benutzen. Ich will dem Schweben ein Ende setzen und die Muskeln meines Körpers wieder benutzen. Ich habe vor, gerichtet durch mein Leben zu ziehen und es nicht an mir vorbeiziehen zu lassen.
Ich will mir nicht mit geschlossenen Augen mein Leben vorstellen, sondern mit wachen Augen meine Leben erleben, damit ich später auch sagen kann, dass ich was getan habe.
Also muss ich aufhören zu schweben. Ich muss diese Dunkelheit und Leere durchdringen.
Ich öffne die Augen und sehe die Sterne. Ich sehe Planeten. Ich sehe die Erde. Ich drehe mich und schwimme der Erde entgegen. Ich will den anderen nicht bei Leben zu schauen und sagen, dass ich das auch gerne machen würde, sondern ich will selber diese und noch viele andere Dinge machen. Mit festen Willen bewege ich mich der Erde entgegen und zwar so lange, bis ich wieder die Wärme spühre. Bis ich wieder die Wärme auf Erden spühre. Ich will wieder auf dem Boden stehe.
Denn erst dann bin ich nicht mehr in der Schwebe.

 

Dieser Artikel entstand nach dem Hören des Liedes „Zwischen Innen und Außen“ von Philipp Poisel.

Dieser Beitrag wurde unter Gedanke, Gefühl, Mensch, Philosophie veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

4 Antworten zu In der Schwebe

  1. apfelesserin schreibt:

    Das gefällt mir. Schön, dass Du nicht aufgehört hast, Dich durch Musik zum Schreiben inspirieren zu lassen. Der Song ist auch sehr schön. Das Schweben hier ist wie ein Traum, irgendwie. Der Text ist Dir gut gelungen und wieder lese ich darin poetische Ansätze. Vielleicht schreibst Du ja auch irgendwann Gedichte.

    • Mr. Winterschein schreibt:

      Danken Dir. Ich muss ja gestehen, dass ich bereits darüber nachgedacht habe, aber ich glaube, dass ich für Gedichte einfach keinen SInn habe. Ich weiß, wann sie mir gefallen und wann nicht, aber selber weiß ich nicht mal, wie man geschickt eines schreibt.
      Ich glaube, dass mir dafür einfach die Kenntnisse fehlen oder machst Du das immer nach Gefühl?

  2. apfelesserin schreibt:

    Da kommt einiges zusammen. Gefühl. Theorie. Logik. Leben. Trial and Error-Verfahren. Humor. Wortspielereien. Experimentierfreudigkeit. Neugierde. Dass Gedichte nicht gereimt sein müssen, hast Du sicher schon mal gehört. *g* Es gibt so viele Arten von Lyrik. Auch prosaische. Hast Du Bukowski schon mal gelesen? Ich meine, seine Lyrik?

    • Mr. Winterschein schreibt:

      Ja, das ein Gedicht sich nicht reimen muss, ist auch bis zu mir durchgedrungen^^. Bukowsko kenne ich nicht. Ich muss sagen, dass mich Gedichte bisher nie interessiert haben, weil ich sie zumeist als uninteressant eingestuft haben. Deine Gedichte waren die ersten, wo ich gesagt habe, dass sie mir gefallen. daher bin ich bisher nicht mit Gedichte in Berührung gekommen und habe auch nie welche verfassen wollen.

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