Bis zum Zusammen-Sein und noch viel weiter

Vor einiger Zeit hatte ich mit Heymchen eine nette Unterhaltung darüber, wann das Zusammen-Sein beginnt.
Heymchens Ansicht war, dass man das nicht so genau sagen kann. Das kommt irgendwann im Laufe Zeit.
Für mich, der irgendwie ein wenig altmodischer ist, ist die Ansicht durchaus nach vollziehbar, wenn gleich ich zugeben muss, dass ich das vollkommen anders sehe.
Ich würde sagen, dass man mit jemanden zusammen ist, wenn man sich das erste Mal geküsst hat. An dieser Stelle muss ich hinzufügen, dass ich niemals jemanden küssen würde, von dem ich nichts wollen würde. Sprich, ich würde niemals mit jemanden rumknutschen. Ich bin nicht auf der Suche nach etwas so flüchtigem. Nun gut, wir unterhielten uns darüber und kamen zu dem Schluss das wir verschieden sind.
Diese Unterhaltung endete hier und ich machte mir aber weiter Gedanken, nicht nur über dieses Thema, sondern auch über den weiteren Verlauf.
Sei man nun zusammen. Muss man sich dafür lieben?
Ich denke nicht. Liebe entsteht doch erst dann, wenn wir den Partner besser kennenlernen. Wir können doch eine Person nicht lieben, die wir gerade mal gesehen haben. Lieben kann ich eine Person doch erst, wenn ich sie und all das, was mit ihr zusammen hängt kenne. Ich lerne jemanden lieben und wenn sich dieses nicht einstellt, dann sollte man so fair sein und die Beziehung beenden.
Aber wird das Wort „liebe“ nicht viel zu inflationär benutzt? In der einen Woche liebt man den und dann darauf folgt gleich jemand anderes, der doch die große Liebe ist. Offensichtlich wollen wir lieben, aber zu welchem Preis?
Wir wollen jemanden lieben, damit wir jemanden haben? Damit wir jemanden in dieser Welt haben, der uns Nähe und Geborgenheit gibt und mit dem wir reden können. Und wenn das nicht passt, dann sucht man sich eben jemand neues, in der Hoffnung, dass dieser Jemand die gesuchten Dinge geben kann.
Liebe als wegwerf Gut?
Ich möchte nicht daran glauben, denn Liebe hat für mich immer noch etwas besonderes und man verliebt sich nicht so leicht in jemanden, was sicherlich auch ganz gut ist.

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7 Antworten zu Bis zum Zusammen-Sein und noch viel weiter

  1. Marina Kaiser schreibt:

    Für mich ist die Liebe eine Grundeinstellung (JA!) zum Leben und all seinen Geschöpfen (also auch zu jedem Menschen). Natürlich schaffe ich es nicht immer, tatsächlich für jede/n ein liebevolles GEfühl zu fühlen, aber ich bin auf dem Weg dahin indem ich grundsätzlich dazu bereit bin und versuche, andere zu verstehen.
    Du sprichts hier die romantische, die partnerschaftliche Liebe an, glaube ich. Und da kann es nach meiner Erfahrung verschiedene Entwickliungsformen geben. Wir können ganz schnell fühlen „Ja, es macht zong! Hier ist eine Seelenverabredung, hier fühle ich mich angezogen, genährt, geborgen, irgendwie wie nach hause kommen…“ Es kann sich aber auch ganz allmählich entwickeln – dieses Gefühl. Ich meine damit es gibt kein Entweder Oder, es entsteht auf vielerlie verschiedene Weise…
    Alles LIebe und viele innige Gefühle wünscht dir ( und mit lieben Grüßen auch an Heymchen )
    Marina

  2. freudefinder schreibt:

    Lieber Mr. Winterschein,

    ja, austauschbar machen sich die Menschen selbst mit dieser Wegwerfmentalität – das kann nicht „satt machen“. Das erfüllt nicht wirklich. „Wann ist man zusammen“ definiert sich in der obigen Geschichte für mich so, dass man sich auf den Einen konzentriert und herausfinden möchte ob es passt – dass man neugierig ist auf den anderen und es sich lohnt, da mehr zu erfragen und man mit ganz viel freudiger Erwartungshaltung steht. Sicherlich ist das ein fließender Prozess – und wie Du schon sagst – es sollte immer die Fairness eines klaren Endes ermöglichen und nicht nur eine Warteschleife sein bis was Besseres kommt. Es lohnt sich zu warten – um (siehe oben) sich nicht selbst zum Wegwerfartikel zu machen. Nach eigenen Werten leben hat sich schon immer bewährt und erleichtert den morgendlichen Blick in den Spiegel.
    Bleiben Sie vergnügt
    herzlichst
    freudefinder

    • Mr. Winterschein schreibt:

      Guten Tag freudefinder,
      wie sehr Sie doch recht haben.
      Aber leider sieht die Realität zu oft ganz anders aus. In den Schulen sieht man es doch zu oft. Heute ist man mit dem zusammen und es ist die ganz große eine Liebe und nächste Woche hat man sicht getrennt und dann ist man mit der anderen Person zusammen und es ist schon wieder die ganz große eine Liebe. Dieses Bild begegnet einem doch leider zu oft. Manche Menschen bekommen dann noch den Dreh und stellen fest, was Liebe wirklich bedeuten könnte (Liebe ist vielschichtig, daher kann man nicht sagen, was sie ist), aber es gibt Menschen, diese beschriebene Schema beibehalten.
      Einen mollig warmen Sonntag Ihnen.

  3. freudefinder schreibt:

    Lieber Mr. Winterschein,
    Du kennst nur Deine eigenen Gefühle – nicht die von den Wechselschaltern die „an“ von „aus“ selbst nicht mehr unterscheiden können, weil alles ein flie(ß)(g)ender Übergang ist. Ich weiß von Wechselschaltern, die sehnsuchtsvoll zu denen schauen, die in der Lage sind alleine durchs Leben zu gehen und warten können auf eine erfülende Beziehung. Nur Mut, es wird sich lohnen – versprochen…

    • Mr. Winterschein schreibt:

      Moin moin freudefinder,
      klar kenne ich nur meine Gefühle und die der Leute, die mir ihre erzählen. Ich kenne auch solche rastlosen Menschen, die ständig beim Gefunden sind. Sie habern stetig neue Partner, vermutlich, weil sie vor etwas fliehen. Vor dem Allein-Sein oder vor dem Auseinandersetzen mit der alten Beziehung. Aber wenn man sich nicht mit der Vergangenheit auseiandersetzt, wie kann man denn dazu lernen. Nun gut, vielleicht soltle ich es an dieser Stelle beenden, denn sonst schreibe ich mir hier wieder einen Wolf.
      Schönen Tag noch.

  4. freudefinder schreibt:

    Danke lieber Ideengeber…..

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