Wovon ich rede, wenn ich von Tee spreche

Dort eine Tasse. Daneben eine Kanne. Sie ist gefüllt mit Tee. Schwarzem Tee. Nahe steht auch ein Pott mit Kluntje. Der Kluntjepott. Angeheizt von einer Kerze ruht die Kanne auf einem Stövchen. Ich nehme mir einen dieser weißen Zuckerbrocken und lasse ihn in meine Tasse poltern. Ergreife den Henkeln der Kanne und lasse den gezogenen Tee in meine Tasse fließen. Aus der Tünne kommt der Schwall einer dunkelbraunen Flüssigkeit heraus. Das Sonnenlicht bricht sich in der dampfenden Flüssigkeit und erzeugt ein schwaches Schimmern. Trifft nun dieses Fluid auf den harten massiven Kluntje, so wird er durch dieses Gebräu gespalten und verteilt sich in diesem. Ich stelle die Kanne zurück auf das Stövchen, damit auch die zweite Tasse warm ist, denn schließlich müssen es mindestens drei Tassen werden. Denn, drei ist ostfriesen Recht!
So liegt nun dieser geborsten Zuckerbrocken am Boden der Tasse. Leichte Schlieren
sind in dieser bräunlichen Flüssigkeit zu erkennen. Der Kluntje löst sich auf und verteillt sich in diesem Getränk, von dem aromatische Dämpfe aufsteigen, die sich in meiner Nase sammeln und mich in freudiger Erwartung versetzen. Ich rühre. Die Kluntjeteile wirblen herum, verteilen sich und setzen sich ab. Nach einer Weile ist nur noch die klare Flüssigkeit in der Tasse zu sehen. Man sieht den Boden der Tasse, so klar ist das Getränk.
Ich nehme die Tasse und setze zum Trinken an. Das heiße Fluid trifft auf meine Zunge. Süße gepaart mit einem aromatischen und vertrauten Geschmack mischt sich auf meiner Zunge und rinnt mir die Kehle hinunter. Ich setze die Tasse ab. Nehme mir einen neuen Kluntje und schenke nach. Noch wer eine Tasse Tee?

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8 Antworten zu Wovon ich rede, wenn ich von Tee spreche

  1. freudefinder schreibt:

    ja ich natürlich – aber der ist mir zu stark – dunkel braun, das ist mir zu herb – ich fülle heisses Wasser nach. Das Knistern der Kluntje hör ich bis hier und hat die Wärme von Kaminfeuer.

    • Mr. Winterschein schreibt:

      Bei uns sagt man immer, dass der Tee so stark sein muss, dass der Löffel von selbst drin stehen bleibt. Ist natürlich nur ein Scherz, aber ich mag es eben etwas stärker, aber ich kann auch verstehen, dass einem das nicht schmeckt. Und ja, der Tee muss schön lecker heiß sein, so dass man ihn noch im Bauch spährt, wie sich dort diese wohlige Wärme ausbreitet. So, ich genehmige nun mal meinen Frühstückstee.
      Liebe Grüße

  2. D4x3 schreibt:

    geht es hier wirklich um tee? bin ich der einzige, der sich an ein liebesspiel erinnert fühlt? substituiere ein paar wörter und es wird versaut 😉

    • Mr. Winterschein schreibt:

      Also in meiner Vorstellung geht es hier ganz allein um Tee, was Du daraus machst, bleibt dir überlassen, aber ich finde es durchaus interessant, was du mit diesem Text assoziierst. Welche Wörter müssten man den ersetzen, um ein Liebesspiel zu erhalten?

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