Ich würde, wenn ich könnte

Ich würde am liebsten die wundervollsten Geschichten schreiben. Geschichten von  Kindern, die über Bäche und saftige Wiesen springen. Geschichten von Menschen, die sich treffen und dann wieder trennen. Geschichten von Dir und Mir. Geschichten, die einem zum Weinen bringen, aber auch die ein Lächeln ins Gesicht bringen. So gerne würde ich dies tun, um andere Menschen an meine Ideen und meiner Phantasie teilhaben zu lassen. Ich würde sie gerne an dem teilhaben lassen, was in meinem Kopf vor sich geht, denn dort sind die lustigsten und traurigsten, quälendsten und befreiensten Geschichten. Geschichten, die anderen helfen könnten. Geschichten, die anderen Rat stehen. Geschichten, die einen betrüben und gleichzeitg erfreuen. Geschichten, die ein Wechselbad der Gefühle auslösen.  Ich würde so gerne mit meinen Geschichten die Welt verändern. Sie sollen die Menschen verändern, ihnen Missstände aufdecken, so dass sie sehen wovor sie die Augen verschließen.
Ich würde gerne, wenn ich könnte. Doch ich kann leider nicht. Bin Gefangener meiner selbst. Nichts in mir, wird mich je verlassen und ich selber bin Arrestant meiner Gedanken. Werde gezwungen sie zu erleben. Sie zu beleben. Ich bin gezwungen sie für mich zu behalten. Sie nicht los zu werden. Doch gleich ich auch Insasse ihrer bin, so sind sie doch das einzige, was mir bleibt. Das Einzige, was ich ändern kann, das Einzige was ich gestalten und bewegen kann.
Die Welt dort Draußen, außerhalb von mir, von dieser Hülle, ist nicht in der Lage geändert zu werden, zumindest von mir nicht. Ich wünschte es.
Ich bekomme sie mit. Sie bewegt mich und zerreißt mich innerlich, doch das einzige, wozu ich in der Lage bin, ist es hinzunehmen und es in meinen Gedanken zu verändern, so zu verändern, dass es ein schönerer besserer Ort wird, an dem man sich wünscht zu leben. Ein Ort an dem friedlich und respektvoll mit dem Leben anderer umgegangen wird. Ein Ort an dem jeder so nach seinem eigenen Glück streben kann, wie es ihm gefällt. Ein Ort, an dem ich mich mitteilen kann. Doch ich kann nicht. Bin Gefangener meiner selbst.
Ich sehe euch. Eure Gesichter wie sie mich mit bemitleidenswerten Augen anblicken, aber wieso das? Es könnte schlimmer sein. Ich könnte tod sein und meine Existenz wäre dahin. Ich würde euch fehlen und was mit mir wäre, wer weiß?
Aber ich lebe und dafür bin ich dankbar. Ich bin dankbar dafür, dass ich miterleben kann. Miterleben, was mich bewegt und berührt, mich erfreut und traurig stimmt.
Ich freue mich, denn ich lebe.
Ich kann nicht mehr viel, aber hoffen kann ich noch und so hoffe ich auf eine bessere Welt für unsere Kinder und deren Kindern, auf das sie es besser haben werden.

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5 Antworten zu Ich würde, wenn ich könnte

  1. Sherry schreibt:

    Ein wunderbar mitreißender Text. Ich habe einen Kloß im Hals, und dennoch hast du mich auch mit Gefühlen der Dankbarkeit und Hoffnung zurückgelassen. Das hier ist eines dieser Geschichten. Siehst du? Du kannst.

  2. Kiira schreibt:

    Hallo, Mr. Winterschein :- )
    Mir gefällt deine Geschichte sehr gut und auch in den anderen beweist du dein formulierendes Können. Ich liebe es, wie du mit den Wörtern spielst (ob bewusst oder unbewusst), wie du mit ihnen Bildern erzeugst und Gefühle hervorholst.
    Du willst kein Mitleid. Aber ich trete dir imaginär gerne in den Hintern, einfach mal draufloszuschreiben und zu sehen, wo das hinführt :- )

    Lieben Gruß, Kiira

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