Mittendrin und doch nicht dabei – Epizentrum (5)

Leisen und bedächtigen Schrittes ging sie durch das Zimmer. Er sagte etwas, doch sie hört nicht. Sie wollte zu ihm. Sie wollte ihm noch näher sein. Er hatte aufgehört zu sprechen und hatte deutlich bemerkt, dass sie hinter ihm stand. Sie legte ihm die flache Hand auf den Rücken und legte ihren Kopf leicht auf den breiten Rücken, den er ihr zeigte. Sofort durchfuhr seine Miene ein leichtes entsetzen.
Sie aber lächelte. Tiefe Innere Zufriedenheite durchfuhr sie und es ging von der Wärme seines Körpers aus. Er war so warm. Sie kannte es nicht. Die Wärme eines anderen zu spühren war ich fremd, aber hier und nun gab es ihr ein Gefühl grenzenloser Freiheit und Unbeschwertheit.
Aber sie merkte schnell, wie die Stelle, an der ihre Hand auflag, kalt wurde. Da wurde ihr klar, dass von ihr wirklich eine tiefe Kühle ausging. Einige Worte durchflogen den Raum, ihre Schwere war nicht auszumessen. Aber das entscheiden in dieser so surrealen Situation war, dass sein Blick, nachdem sie ihr Hand von ihm nahm, sie schwer traf. Es lag Hass und Wut in diesem Blic. ALs hätte sie ihm das liebste in seinem Leben genommen. Sie fühlte sich schuldig. Gerade diesem Menschen hatte sie etwas angetan. Etwas, was sie eigentlich niemanden antun wollte. Er war verstürrt und verwirrt und sauer auf sie. Hatte sie ihm offenbart, wer beziehungsweise, was sie eigentlich war. Ein Monster. Ein Monster, dass andere Menschen dazu bringt zu frieren. All ihre schönen Gedanken zu verlieren. Das war sie und nun hatte sie dem einzigen Menschen, der ihr jemals nah war, auch noch dieses Schicksal teilen lassen. Sie verließ das Zimmer. Er blieb zurück.

Sie hatte gerade einen Brief geschrieben. An ihre Mutter. Sie hatte geschrieben, dass sie nun weiß, wie es sich anfühlt wärme zu empfinden, doch dabei habe sie einem geliebten Menschen tiefes Leid zugefügt. Sie weiß, dass sie nicht hier verweilen kann, denn sie würde nun niemals mehr glücklich werden können. Der einige Mensch in ihrem Leben würde sie nun aus furcht vor ihr von ihr distanzieren und wen hätte sie dann noch? Sie fühlte sich allein und doch hatte sie tief in sich das Gefühl ein wenig von dem erhascht zu haben, was ihr bisher immer verwehrt blieb. Sie ging nach Draußen. Es war kalt, sogar ist war es zu kalt, eigentlich. Doch sie setzte sich an dem Rand des Hause und schaute gegen Himmel. Die Sterne funkelten sie an. Sie setzte die Klinge und sah im leichten Schein des Mondes ihr Leben davonfließen. Die letzten Momente ihres Lebens dachte sie an die schönen DInge in ihrem Leben. Sie dachte an ihn. Und so ging sie mit einerm Lächeln von dieser Welt. Die Schwere wich und es wurde alles ganz einfach um sie herum.
Ein Sterne funkelte in der Nacht auf.

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