Eingepackt und gut aufbewahrt

Weißt du noch, damals, als wir noch miteinander zu tun hatten? Wir waren jung. Hatten keine Ahnung von solchen Dingen. Waren vermutlich zu blöd dafür. Ich mochte dich sehr. Wollte dich bei mir wissen. Dich nicht von meiner Seite lassen. Doch irgendwie kam es, dass ich dir dies nicht sagte. Ich sagte dir nicht, was ich für dich empfand. Es kam sogar so, dass ich von deinem Verhalten, welches vermutlich aus der selben Unsicherheit geboren war, wie die meine, irritiert war. Ich war durcheinander und fühlte mich gekränkt. In diesem Zustand beschloss ich die Gefühle an dich in eine Kiste zu betten und sie unter den Tiefen meiner Gedanken zu stopfen, auf das sie niemals hervorkommen würden, denn es schmerzte. Ich wollte sie nicht verdrängen.
Denn schließlich fühlte sie sich auch gut an. Sie fühlten sich an, als wenn man barfuss über nasses Gras geht. Wie die kleinen Halme einem feucht zwischen den Zehen kitzeln und wie ein tosendes Meer brandeten sie an mein Ohr, um sich Gehör zu verschaffen. In meinem Herzen entfachten sie ein Feuer, welches dir galt. Doch mit deinem Fortgehen, wurde sie kleiner und spendete zusehenst weniger Licht in dem Dunkel, dass du in mir hinterlassen hattest. Doch an den Erinnerungen aus der Kiste näherte sich das Feuer. Es erlosch nie, sondern loderte leicht.
Und so bleibst du mir im Gedächtnis. Gleichwohl ich sagen muss, dass es schmerzt. Es schmerzt an dich zu denken und sich in Erinnerung zu rufen, was hätte alles zwischen uns sein können und nun Jahre später. Tauchen wir wieder im Leben des anderen auf. Erfahren, was wir für einander empfunden hatten. Ärger treibt leicht auf der Oberfläche, wie das Schimmern von Öl auf dem Wasser. Ich wünschte, ich hätte damals den Mut besessen und es dir gesagt.
Ich habe meine Gefühle eingepackt und gut aufbewahrt, wie sieht es mit dir aus?

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15 Antworten zu Eingepackt und gut aufbewahrt

  1. apfelesserin schreibt:

    Ein interessantes Thema berührst Du hier, lieber Mr. Winterschein. Findest Du, dass man in jedem Fall seine Gefühle offenbaren sollte?

    • Mr. Winterschein schreibt:

      Also ich denke, dass man offener mit seinen Gefühlen sein sollte, ob das nun heißt alles rauszuposaunen, sei masl dahingestellt, aber wir neigen doch zu oft dazu die Gefühle zu verstecken und trauen uns nicht etwas zu sagen, dabei könnte daraus doch so etwas schönes entstehen. Und wenn man nichts sagt, dann erstehen Hoffnungen und Wünsche, Sehnspüchte, die dann schlussendlich nicht erfüllt wurden und sie führen zu Trauer und Wut, daher ja, man sollte offener damit umgehen.
      Danke für deinen Kommentar und auch dir einen schönen Ausklang des Jahres und bis ins nächste Jahr.

      • Kiira schreibt:

        Schade, dass ihr euch damals nicht getraut habt, euch eure Gefühle zu gestehen. Aber ich denke nicht, dass die Allgemeinheit ihre Gefühle versteckt. Das kommt, wie so vieles, auf die Situation an, denke ich.

        • da gebe ich dir Recht, Kiira.
          Ich zum Beispiel KANN meine Gefühle überhaupt nicht verstecken. Es muss raus, sonst ersticke ich. Und es tut so gut, darüber zu reden, sie zu zeigen und rauszulassen.
          Manchmal allerdings erübrigt sich jedes Wort, man liest es förmlich in den Augen ab.
          Liebe Grüße

          • Mr. Winterschein schreibt:

            Moin,
            sicherlich gibt es auch so Menschen, wie du, aber ich musste dies erst lernen und muss auch nun immer noch sehr darauf achten auf meine Gefühle zu lauschen, und ich sage dir, dass ist manchmal nicht so leicht^^.
            Deine letzten Satz finde ich schön, danke dafür.
            Liebe Grüße

        • Mr. Winterschein schreibt:

          Um es mit Sherrys Worten zu sagen: „Wer weiß wozu es gut war?“ Es ist in Ordnung so, wie es gelaufen ist. Rumheulen hilft da schließlich nicht sonderlich^^.
          Also ich habe für mich in meinem Leben gelernt, dass ich öfters meine Gefühle äußern sollte. Ich verstecke sie halt oft und denke schon, dass andere Menschen dies auch öfters machen und ihre Gefühle für sich behalten. Aber da hat sicherlich jeder andere Erfahrungen gemacht.

    • Mr. Winterschein schreibt:

      In jedem Fall? Was fällt für dich alles dadrunter? Ich denke schon, dass man sie deutlich öfter zeigen sollte, denn das entspricht dann doch der Wahrheit. Natürlich sollte man sich kurz vorher ein oder zwei Minuten darüber Gedanken machen, wie man diese von sich gibt. Schließlich gibt es ja mehr als eine Art Dinge zu sagen.
      Liebe Grüße an die Frau Nachbarin.

  2. Sherry schreibt:

    Wenn ich Chancen auf die Art verpasse, versuche ich mir zu sagen, dass – wenn es richtig gewesen wäre, wenn es wirklich gepasst hätte, hätte man uns eh nicht aufhalten können. Natürlich ist das sehr bequem gedacht, aber vielleicht ist es besser, bei einer Sache, die man eh nicht mehr rückgängig machen kann, so zu denken.

    Ich wünsche dir ein frohes, neues Jahr, lieber Winterschein!

    • Mr. Winterschein schreibt:

      Moin Sherry,
      Ja, das ist ein wenig bequem, aber ich stimme dir zu. Denn was bringt es sich nun auszumalen was gewesen wäre, wenn? Das nützt nichts und bringt einen auch nicht weiter. Man muss daraus lernen und es beim nächsten Mal besser machen.
      Ich hoffe, dass auch du die Tage schön verlebt hast und dass du gut ins neue Jahr gefunden hast.
      Liebste Grüße.

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