Haus am See

Im Schilf steht er. Weißes Gefieder und dieser Kamm am Ende seines Schädels, welcher auf einem langen Hals thront. Mit den stelzenartigen Beinen watet er durch das seichte Uferwasser auf der Suche nach einem kleinen Imbiss. Bevor sein schwarzglänzender Schnabel bedrohlich in das Wasser sticht, wie eine Harpune, bleibt er minutenlang regungslos stehen, um seine Beute in Sicherheit zu wiegen. Mit einer Mahlzeit für den Reiher geht ein neuer Tag zuende.
Umschlossen von einem Wald, in dem die Bäume und Büsche dicht gedrängt aneinander stehen und im saftigsten Grün ihre Blätter im Wind tanzen lassen, bewege ich mich gerade von meinem Haus am See weg. Die Sonne, welche so langsam hinter den Baumen verschwindet, um sich zur Nachtruhe zu begeben, lässt lange Schatten über mein Haus am See werfen. Die roten Töne, der untergehenden Sonne, färben meinen Körper ein, wie ein indisches Gewand in den prächtigsten Farben der Liebe. Ich laufe über einen Steg, selbstgebaut mit meinen eigenen Händen ragt er in den See hinein. Die Planken sind glatt geschmirgelt, so dass man sich keine Sorgen machen muss hier barfuss über sie zu schreiten und so laufe ich barfüssig über ihn und spüre die Holzplanken unter meinen Füßen. Ich fühle jede einzelne Lücke zwischen ihnen und jede Unebenheit im Holz. Das Schwanken des Stegs lässt mir in voller Freude auf das Bevorstehende ein Lächeln über die Lippen gleiten.
Am Ende des Stegs bleibe ich stehen. Das Handtuch um die Hüfte gewickelt stehe ich dort. Die Kämme der Wellen leuchten gölden und die Täler strahlen im roten Schein der Sonne. Der Wald ist ruhig. Ich blicke über meine Schulter und sehe es dort. Das Zentralgestirn taucht hinter dem Meer der Bäume ab und nimmt seine Wärme mit sich. Und dort steht es, mein Haus am See.
Ich lege das Tuch von meiner Hüfte und tauche nackt in das blaue Gold ein. Kopfüber, empfinde ich die Nässse zunächst an meinen Fingerspitzen. Entlang der Arm gleitet eine Kälte hindurch, bis mein ganzer Körper von dieser Substanz umschlossen ist. Eine Gänsehaut breitet sich über meinen ganzen Körper aus. Meine Brustwarzen ziehen sich zusammen und werden steif. Mein Penis zieht sich wie eine Schnecke in ihr Haus zurück und so ziehe ich mich durch das kalte Nass. Zug führ Zug fühle ich meine Muskeln, wie sie arbeiten und die fehlende Wärme spenden. Ich sehe wie die Strahlen der Sonne in das Wasser eintauchen und ihre Stärke rapide verlieren. Die Tiefe ist der Inbegriff der Schwärze und Kälte.
Ich tauche wieder auf und fülle meine Lunge mit der kühlen Luft, die wie eine Decke über dem See liegt. Auf dem Rücken treibend sehe ich die V-Formation der Vögel, wie sie gegen Süden fliegen. Ihre Leiber sind wie kleine Kreuze am abendlichen Himmel zu erkennen. Nur ihr Geschnatter lässt sie als Gänse ausmachen.
Ich rinne zum Steg zurück. Halte mich am klamme Geländer der Leiter, welche ins Wasser ragt, fest und steige empor. Die Sprossen drücken sich, meines Gewichtes wegen, in meine Fusssohlen. Ich stehe dort. Das Wasser tropft von mir und ich blicke erfreut auf den See im Wald, wie er im letzten Schein der Sonne langsam im Dunkel versinkt. Und dort steht es, mein Haus am See. Das Handtuch über die Schulter legend, gehe ich zurück. In meinem Haus am See steht sie.
Sie trägt einen weißen Bademantel. Ihre braunen Haare hängen nass von ihrem Kopf. Sie schneidet etwas und ist mir mit dem Rücken zugewandt. Der Gürtel ihres Mantels wickelt sie ein und bringt ihre Weiblichkeit zur Geltung.
Ich öffne die Schiebtür. Leise gleitet sie beiseite und lässt mir die Behaglichkeit dieses Raums entgegenkommen. Während des Schließens werfe ich mein Tuch über die Couch. Mit patschenden Schritten, die Spuren auf den mamorierten Fliesen hinterlassen, schreite ich zu ihr herüber. Tropfend stehe ich hinter ihr. Ich lege ihren glatten Hals frei und küsse sie sanft. Nach dem ersten Kuss reckt sie mir ihren Hals entgegen und atmet tief ein – ich küsse sie erneut – und wieder aus. Ich knabbere sanft an ihrem Ohr und im Fenster sehe ich unser Spiegelbild. Sie hat die Augen geschlossen und scheint es zu genießen. Das Messer hat sie beiseite gelegt, mit dem sie zuvor noch die Gurke geschnitten hat. Sie greift mit ihren Händen nach hinten und greift in meine nassen Haare. Ich umschließe sie und entferne den Knoten. Das Band fällt lautlos zu Boden und bleibt dort Ton in Ton auf dem Marmel liegen. Im nächsten Moment ergreife ich ihren weichen Busen, welcher genau in meine Hand passt. Ich spiele mit der Brustwarze und fühle wie sie hart wird. Mit der anderen Hand fahre ich über ihren sanft geschwungenen Bauch und durchforste ihr Schwarmhaar auf der Suche nach dem Zentrum ihrer Lust. Ein leichtes Stöhnen entfährt ihr und ich merke, wie die Schnecke ihr Haus verlässt. Ich dreh sie zu mir um und presse sie an mich. Mit leicht geöffnetem Mund blicken ihre wallnussbraunen Augen mich an. Sie beißt sich leicht auf ihre rote volle Unterlippe. Ihre Hände ruhen auf meiner nassen Brust und ich spüre den Abdruck ihrer Brustwarzen an meinem Körper. Ihr ganzer Körper sprüht eine solche Wärme aus. Ich blick hinab und sehe wie sich auf ihren trockenen Brüsten Gänsehaut ausbreitet.
Ihre kleine Stupsnase mir entgegenreckend beginnen wir uns heiß und innig zu küssen. Die wachsende Schnecke ist eingeklemmt zwischen ihrem Bauch und den meinen. Mit meinen feuchten Händen streifen ich über ihren mit Gänsehaut behafteten Körper. Ich will jeden Winkel ihres Körpers erleben und mit dem Quell des Lebens versehen. Ich hebe sie auf die Küchenzeile und blicke ihr in die Augen. Ich will sie und sie mich und das alles in unserem Haus am See.

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2 Antworten zu Haus am See

  1. siehst du, und genau dafür braucht man keine weiteren Worte… 😉

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