Im Garten meines Ichs

Ich schreite hindurch. Die Pflanzen prächtig groß, wie Hochhäuser. Sie überragen mich und tragen die schönsten Blüten. Entlang einer Schnur wurden sie gesät und so stehen sie hier ordentlich bewirtschaftet. Ich betrachte die Blätter sie sind saftig grün und fest. Doch die eine oder andere Pflanze ist nicht sonderlich groß. Sie ragt man gerade bis zu meinen Knien. Ihre Blätter sind noch dabei sich wie ein Teppich auszurollen. Blüten trägt sie noch keine. Ich lese das Schild, welches mir ihren Namen nennt: „Odium“. Dort drüben steht noch so eine kümmerlich gewachsene Pflanze. Lediglich der Stiel und zwei Triebe sind zu erkennen, aber am Grund liegen einige halb vergammelte Blätter, riesig und schön müssen sie gewesen sein. Schattenspendend und schützend zu gleich waren sie sicherlich. Ich lese das Schild: „Amor“ Ich stutze kurz bei diesem Schriftbild und schaue die Pflanze an. Zurzeit wirkt sie in der Tat recht lieblich, wobei zierlich doch das passendere Wort wäre.
Ich blicke mich um gehe zu einer halbhohen Pflanze, dessen Blüten unwirklich gewachsen sind und dessen Farbe ständig unter dem Einfall der Sonne zu wechseln scheinen, auch hier lese ich die Plakette: „Rerum Scriptor“.
Ich höre Schritte. Langsam näheren sie sich und um die Ecke kommt jemand gebogen. Ich kann meinen eigenen Augen nicht recht trauen, als ich die Gestalt erblicke, doch ich bin mir sehr sicher. Ich bin es der da läuft. Ein sanftes Lächeln auf den Lippen und eine Gießkanne in der Hand. In der Kanne ist Wasser, das leichte Schwenken verursacht ein gluggerndes Geräusch in ihr. Er oder ich… er geht hinüber zu einer Plakette hinter der sich keine Pflanze befindet. Ich folge ihm. Der Boden ist hier sehr trocken, gerade so, als sei es der Boden aus der Wüste Gobi selbst. Er tränkt den Boden mit so viel Wasser, wie es binden kann. Wie ein Schwamm saugt sich der Boden voll und als er nichts mehr aufnehmen kann, hört er oder ich auf zu gießen. Er wendet sich zum Gehen, aber zuvor blicke ich mir selbst ins Gesicht. In meine eigenen blauen Augen. Er geht davon und ich bleibe hier im Garten zurück. Ich lese das Schild: „Confusio“. Ich bin verwirrt

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7 Antworten zu Im Garten meines Ichs

  1. Kiira schreibt:

    Interessante Vorstellung

  2. Pingback: Mein Garten im Ich « Kiira's Blog

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