Allein sein

Wenn man heutzutage davon spricht allein sein zu wollen, was bedeutet dies eigentlich? Wir verkriechen uns dann in unser Zimmer, in dem keine an uns rankommt, aber sind wir dort wirklich allein und wollen wir wirklich alleine sein? Die mobilen Endgeräte haben doch mittlerweile jeden Punkt unseres Lebens erreicht und füllen dieses aus.
Sind wir alleine in einem Zimmer und wollen auch wirklich dort alleine sein, so haben wir doch unsere kompletten Freunde an der Strippe. Sie sachreiben uns über soziale Netzwerke an und wir antworten, ja wir suchen sogar nach deren Aufmerksamkeit, wenn wir posten, dass wir alleine sind und dies auch sein wollen. er halten wir dann nichts irgendwelche nichtssagenden „Gefällt mir!“-Klicks?
Eine Minute in dem Bus und wir zücken unser Smartphone, machen die Musik an oder googlen etwas. Wir wollen doch gar nicht alleine sein. Wir können es doch gar nicht mehr? Wir sind doch gar nicht mehr in der Lage einfach nur ganz ruhig und still auf einen Stuhl zu sitzen und uns mit uns selbst zu beschäftigen. Ich möchte die aberwitzige These aufstellen, dass die junge Generation (<30) reflexartig dazu übergeht das Smartphone zu ergreifen, wenn sich das mit-sich-selbst-beschäftigen einstellen könnte. Es ist wie Automatismus, der sich in kürzester Zeit in uns verankert hat, dass wir in solchen Situationen zum Handy greifen und uns ablenken.
Es soll doch mal jeder für sich, der ein Smartphone besitzt, ausprobieren. Setzt euch auf einen Stuhle, ganz alleine und achtete darauf, ob bei euch ein minimales Verlangen aufkommt, das Smartphone oder das Internet zu benutzen oder sei es auch der Mp3-Player. Hauptsache Ablenkung.
Und dann möchte ich nochmal eine andere letzte Frage an euch stellen. Wann seid ihr das letzte Mal in euch gegangen und habt euch mit euch selbst auseinandergesetzt?

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6 Antworten zu Allein sein

  1. Ivea schreibt:

    Es ist nicht nur die Sucht nach Informationen aus den Netzwerken, es ist auch die Sucht nach Unterhaltung. Die Zeiten sind flexibler geworden und Freizeit ist halt nicht mehr unbedingt das Wochenende oder der Feierabend ab 18 Uhr.. Wir leben und arbeiten in absurden Rhythmen und Schichtsystemen und wenn wir fünf Minuten frei haben tasten wir in den sozialen Netzwerken nach unseren Freunden, die in einer ähnlichen Mühle stecken.
    „Haste früh oder spät?“ simst man seiner Mitbewohnerin.
    „Nachtschicht“, sagt die.
    „Dann sehen wir uns heute auch nicht mehr, ich bin erst um elf Zuhause“
    Man wohnt in der gleichen Wohnung, redet aber über Tage nur übers Smartphone miteinander. Nicht, weil man nicht wirklich reden will, sondern weil man nicht kann. Es gibt keine festen Zeiten mehr, zu denen sich alle treffen. Treffen ist überhaupt schwieirig, alle holen erstmal ihren Terminkalendar raus und schlagen einen Termin in vier Wochen vor..und wenn du dann drei vier Stunden Zeit hast und niemand ist da, willst du die Zeit nicht alleine sein, du bist ja schon auf der Arbeit die ganze Zeit unter Fremden. Dann schreibst du eine Facebooknachricht oder schaust ein Video auf Youtube, anders als durch „Ablenkung“ kommt man so schnell gar nicht runter..

    • Mr. Winterschein schreibt:

      Danke für deinen Kommentar, aber ich meinte es im dem Sinne nicht. Es ist sehr schön, dass man mit seinen Freunden den Kontakt wahren möchte und man sollte dies auch tun, aber wann kommst du wirklich dazu mal in dich zu gehen und dir selbst zu zu hören. Sicherlich kann auf der Arbeit alleine sein, aber ist man dann wirklich alleine und hat Zeit für sich selbst? Wohl kaum oder? Ich meine vielmehr eine innere Einkehr. Mal in sein Innerstes horchen.

  2. Wolfgang Schnier schreibt:

    Diese Thematik ist schon lange in der Diskussion, mir hat dabei der Artikel von Alex Rühle in der SZ immer ganz gut gefallen: http://goo.gl/tuoqP
    Ich persönlich „kämpfe“ nicht mehr dagegen an, Handy & Internet sind meine ständigen Begleiter. Aber ich habe Ruhezonen, in denen ich nicht erreichbar bin und ich nicht meine Aufmerksamkeit zerstreue. Bei meinen Spaziergängen ist das Handy im Flugmodus, und, noch entspannender, in der Sauna habe ich ebenfalls eine Informationsauszeit. Ich denke, der Mix aus Erreichbarkeit und Abschalten machts. Und im Bus oder der Straßenbahn könnte ich auch nicht abschalten, das ist ja viel zu stressbeladen.

    • Mr. Winterschein schreibt:

      Moin Wolfgang,
      danke für deinen Kommentar. ich finde deine Herangehensweise bei dieser Thematik sehr schön. Vermutlich sollte ich es auch mal so oder so ähnlich ausprobieren. Den verlinkten Text lese ich mir gleich durch, schonmal danke dafür.
      Schönen Abend noch.
      Mr. W.

  3. Sherry schreibt:

    Du hast ziemlich Recht. Es ist fast unmöglich, nicht in sein Smartphone zu schauen. Viele nehmen es sogar mit auf’s Klo. Tue ich auch oft. Anstatt, dass die Technik uns Arbeit abnimmt, hilft sie uns nur dabei, noch viel mehr Arbeit in kürzester Zeit zu erledigen. Am Schlimmsten finde ich aber, was sie aufgrund ständiger Verfügbarkeit mit der Verarbeitungstiefe von Wissen und der Innigkeit in Freundschaften getan hat.

    • Mr. Winterschein schreibt:

      Moin Sherry,
      sorry für meine späte Antwort, aber zur Zeit ist es bei mir ein wenig arg arbeitsintensiv.
      Danke erstmal für den Kommentar.
      Du nimmst dein Smartphone mit auf’s Klo? Ich hoffe doch sehr, dass es dir dort noch nie reingefallen ist^^.
      Dein letzter Satz gefällt mir. Wissen und Freundschaften werden nur noch oberflächlich konsumiert und das Wahre und Tiefste empfunden.
      Auch der Umstand, dass usn die Gerät Arbeit abnehmen, ist sicherlich nicht ganz falsch, aber sie verschlingen als Gegenleistung dafür unsere Zeit.
      Es bleibt wohl ein ständiges Geben und Nehmen.
      Liebe Grüße.
      Mr. W.

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