In mir

Ich wandle über die schneebedeckten Hänge der Gebirge. Hier oben auf dem Dach der Welt herrscht die Natur in seiner reinsten Form. Das Golden der Sonne spiegelt sich der weißen Pracht und lässt diesen Ort prunkvoll erscheinen. Die Winde toben um mich herum und zerzausen mir das lange Haar. Wenngleich es eine Frische und Neuigkeit mit sich trägt, welche mich erwartungsvoll meinem Ziel vorantreibt. Mein Ziel? Ich kenne es selber nicht. Ich muss diesen Weg gehen. Schluchten betreten und überwinden. Bäche durchwarten und überspringen. Den Schnee schmelzen und meine Spur hinterlassen.
Und so laufe ich einen Fuß vor den anderen setzend weiter. Ich laufe bis sie mir schmerzen und ich der Erschöpfung nahe bin, doch ich treibe mich an. Wandle weiter auf dieser Welt, durch dieses Paradies. Berge schieben sich vor meinen Augen vorbei, als würde sie auf Karren stehen und fortgezogen werden.
Und dann dort steht es. Ich weiß nicht, ob dies mein Ziel ist, aber es fühlt sich so an, als wenn ich endlich dort wäre. Die Tür steht sperrangelweit geöffnet. Äußerst einladend wirkt, als wenn sie nur für mich geöffnet hätte. Ich gehe näher darauf zu und vor dieser Tür erkenne ich mitten in der Luft ein rundliches Objekt schweben, welches seine Form zeitweise ändert. Es ist nicht vollkommen rund. Von Zeit zu Zeit bildet es Zacken aus, als würde es sich vor etwas oder jemanden fürchten. Ich gehe darauf zu und erkenne sehr bald, dass sich diese Kugel farblich ändert. Jeder Blick lässt sie in eine andere Farbe erstrahlen. Ich bin nahe. Nah genug, um sie zu berühren.
Irgendetwas in meinem Inneren sagt mir, dass es wichtig ist. Ich schaue es mir genauer an. Dunkle Zacken bilden sich gelegentlich aus und ich mache mich dran sie abzulösen. Ich breche sie ab und schiebe davon runter. Sie fallen zu Boden und versammeln sich. Es bildet sich ein kleiner schlammiger Haufen, der mir wütend eine kleine Faust entgegenstreckt.
„Heute nicht! Aber ein anderes Mal.“ teile ich ihm mit und er trollt sich.
Es bildet sich ein schwarzer Schleier auf der Kugel und intuitiv mache ich mich dran und ergreife die Schwärze mit meinen Finger und beginnen sie herauszuziehen. So auch mit dem roten Zorn und dem neidischen Geld. Meine passive Haltung ergießt sich in einem matten blau und ich so ergeht Illusion des Weiß. Schlussendlich bleiben die Liebe des Rots, die bläuliche Ruhe und viele andere zurück. Der Boden vor mir wirkt wie ein Tuschkasten in dem der Zwergenaufstand geprobt wird. Protestierende Laute sind von dort zu hören. Ich erkläre, dass sie Heute nicht dabei sein können. Ich nehme die Kugel zwischen die Hände und hinein in das Gebäude. Die Tür schlägt hinter uns krachen zu, dennoch verspüre ich keine Furcht, denn diese ist Draußen geblieben.
Hier im Inneren setze ich mich mit meinem inneren selbst auseinander. Ich kultivieren die positiven Gefühle und Regungen in mir. Stärke sie und mich. Spüre die Harmonie in mir. Im Einklang mit mir selbst ergebe ich mich den Gefühlen, die ein Teil meiner sind und nicht verleugnet werden sollten. Ich stärke die positiven, um mich nicht übermannen zu lassen von den negativen. Ich steige empor auf ein anderen Ebene meiner Existenz und erlebe dieses wohlig warme Gefühl der Zufriedenheit und Gelassenheit in mir.
Nach diesem Vorgang trete ich hinaus und nehme sie wieder auf. Die Furcht versucht mich zu übermannen, doch ich gebe ihr Schutz und Geborgenheit, so dass sie sich nicht fürchten muss. Der Abscheu wird von mir begrüßt wie ein alter Freund und so geht es weiter. Die Kugel hat wieder ihre Ursprüngliche Form angenommen, wenngleich der negative Teil, welcher zu mir gehört doch etwas weniger präsent ist. Ich nehme meinen inneren Kern auf und fühle mich bestärkt in meinem Handeln. Nun kann es wieder weiter gehen.

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2 Antworten zu In mir

  1. SAI schreibt:

    Hey Mr. W🙂 Ich gehe mal dazu über, dich so zu nennen, haha.
    Ich finde, du schreibst sehr interessant. Ehrlich ist denke ich das richtige Wort dafür. Allerdings ist da immer so eine Art unterschwellige… Melancholie? Traurigkeit? Hm hm hm. Vielleicht interpretiere ich auch einfach zu gerne und zu viel.
    Ich werde auf jeden Fall häufiger mal vorbeischauen🙂 (Wenn es ok für dich ist?) Ich hoffe, dass der Extreme Writer’s Block bald verschwindet.
    Ich wünsche dir ein schönes langes WE🙂
    ~ Sai(^^/

    • Mr. Winterschein schreibt:

      Moin Sai,
      joa, das ist schon in Ordnung^^. Danke und es kann gut sein, dass sich dort öfters mal etwas weniger positive Elemente drin befinden, dies will ich nicht bestreiten. Aber ich kann dir sagen, dass das nicht immer so ist^^.
      Lese dich hier nur satt.
      Dir auch ein schönes Wochenende und bis demnächst.
      Mr. W.

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