Perfektion

Perfektion bezeichnet die vollendete Meisterschaft bzw. Beherrschung von etwas. Dies klingt natürlich äußerst schön und verlockend. Wünscht sich nicht jeder perfekt zu sein und der Meister über alles zu sein. Das komplette Verständnis über die Sachverhalte der Natur wären sicherlich famos, aber was dann? Die vollendete Schönheit abgebildet in einem Körper. Dies ist sicherlich der Wunsch vieler Frauen, aber was kommt dann?
Was kommt wenn die Perfektion erreicht ist? Stillstand und Verfall. Sollte ein Zustand vollkommener Perfektion möglich sein und sollte dieser jemals erreicht werden können, ist die einzige Schlussfolgerung, dass man nur noch existiert, um diesen Status quo aufrecht zu erhalten. Ab diesem Punkt würde es nur darum gehen alles am Laufen zu halten. Es gäbe keinen Fortschritt mehr denn es ist bereits alles perfekt. Alles liegt in seiner vollendetsten Form vor und bedarf keiner Verbesserung mehr. Die Gesellschaft würde nur da sein, um diese Form zu erhalten und nicht verfallen zu lassen. Es tritt Stagnation ein und die einzige Veränderung wäre der Verfall.
Also wieso wünscht man sich die Perfektion herbei? Dieser Wunsch ist das Streben nach Verwirklichung und Weiterentwicklung. Es ist das Begehren nach Fortschritt, welches jeden von uns antreibt. Jeder von uns will fortschreiten in seinem Leben. Stillstand ist unbefriedigend und hinterlässt einen faden Geschmack. Fade wäre auch die Vorstellung wir würden uns nicht verwirklichen können. Wir würden nur das tun können, was man uns aufgibt, nicht aber den Dingen hinterher stolpern, die uns beschäftigen.
Wie würde eine perfekter Mensch sein. Ein guter Redner. Er würde uns Ratschläge erteilen, die uns helfen würden unseren Alltag besser zu führen, aber was könnten wir für ihn tun? Nichts, denn er wüsste es doch alles besser. Wie langweilig wäre ein solcher Umstand. Wir können uns alles irren und dies macht es doch so spannend miteinander zu sein. Die fehlerhaften Ratschläge der anderen anzunehmen um dann feststellen zu müssen, dass es doch nicht der beste Weg war, aber es war zumindest eine Weg nach vorne. Gelernt hat man dadurch etwas und so lange etwas Neues angeeignet wurde, ist doch eine Fortschritt geschehen, sei dieser nun zielführend gewesen oder nicht. Auch Sackgassen können uns zu Höhenflügen antreiben, denn schließlich müssen wir die Mauer, welche uns den Weg versperrt, überwinden.
Wachstum der eigenen Person ist etwas wundervolles, doch dabei muss jeder seinen eigenen Weg gehen. Doch sind wir auf diesem Weg nicht allein. An entsprechenden Kreuzungen machen wir Weggefährten, dessen eigene Unvollkommenheit uns doch nur zeigt, dass wir alle gleich sind. Wir sind alle Menschen. Wir sind unvollkommen und das ist auch gut, denn nur so haben wir die Möglichkeit uns zu entwickeln. Ich bin froh nicht perfekt zu sein.

Dieser Beitrag wurde unter Gedanke, Gefühl, Gesellschaft, Kommunikation, Kurios, Mensch, Philosophie, Umwelt, Zukunft, Zwischenmenschliches abgelegt und mit , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

4 Antworten zu Perfektion

  1. IVEA schreibt:

    Was „perfekt“ ist, liegt ja letztendlich auch im Auge des Betrachters. Ich denke, was uns antreibt, ist das Streben nach Perfektion und was uns lernen lässt, unsere Fehler und Irrwege. Aber wo du so von Perfektion sprichst, assoziiere ich vor allem den Wahnsinn unserer heutigen Gesellschaft: das Streben nach Selbstoptimierung.. und dieses macht mir Angst, denn es scheint, als wollten viele funktionieren wie Maschinen und es besteht dir Gefahr, dass alle, die nicht mitmachen ausgeschlossen und aussortiert werden, wie defekte Teile einer solchen.
    Menschen haben sich schon immer ein Idealbild von sich gemacht, wie man auch schon in der Renaissance sehen konnte, aber viel zu oft wird vergessen Menschen zu lieben, wie sie sind.

    Mein Wort zum Sonntag😉

    • Mr. Winterschein schreibt:

      Moin Ivea,
      das hast du aber schön gesagt. Ja, du hast vermutlich recht mit deiner Aussagen, dass der Mensch vergisst zu lieben, wie er ist und dies vermutlich auch aus dem grund, weil ihm von den Medien suggeriert wird, er müsse optimal sein.
      Schönen Tag dir!

  2. rausundlos schreibt:

    Perfekt-Sein im eigentlichen Sinne ist, glaube ich, sowieso nur „wirklich“ in den Augen anderer möglich.
    Selbst wenn man erreicht hat, einen perfekten Anschein zu erwecken, sodass die Menschen um einen herum, nur diese „Vollkommenheit“ in sämtlichen Bereichen wahrnehmen, gibt es bestimmt immer noch unzählige Punkte, die eben nicht perfekt sind.
    Wir kritisieren uns selbst zu stark, um jemals wirklich zufrieden zu sein – zumindest die meisten.
    Wahrscheinlich ist das aber auch gut so, weil sonst dieser Stillstand kommt, von dem du in deinem Artikel sprichst.
    Darüber hinaus denke ich eben, dass einen nur andere Menschen als perfekt wahrnehmen können, wie oben erwähnt, und nicht wir selbst, weil wir uns selbst, wenn wir versuchen, uns so sehr zu verbessern, sehr, sehr, sehr intensiv mit uns selbst beschäftigen und uns auch viel kritischer mit uns selbst auseinandersetzen, als dass andere Menschen mit uns machen würden.

    Liebe Grüße

    • Mr. Winterschein schreibt:

      Moin,
      ich stimme dir durchaus zu und vermutlich hast du Recht it der Aussage, dass man sich selbst nie als vollkommen ansehen kann. Dieser Blick kann nur anderen gewährt werden, wenn überhaupt. Außerdem ist Perfektion ja ein äußerst subjektiver Sachverhalt.
      Liebe Grüße

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s