Aufwiedersehen (13)

Kapitel 21

Die Wohnung liegt in Dunkeln. Im Flur ziehe ich mir die Schuhe aus und höre wie meine bloßen Füße über den Steinboden Tapsen. Jedes Mal, wenn ich sie wieder hochheben fühlt es sich so an, als würde der Boden sich an meine Füße festsaugen. Und bei jedem Aufsetzen höre ich die meinen Schritten von den Wänden wiederhallen. Die Wohnung liegt nicht nur im Dunkeln, nein sie liegt einsam und verlassen da. Ich schalte das Licht an und lasse die frische Abendluft durch die Verandatür hindurch herein, damit ich nicht mehr alleine hier bin. Ich gehe noch durch die Wohnung und räume etwas auf. Putzen und Waschen muss ich schließlich selbst erledigen, denn ich habe keine Mutter, die diese Aufgabe für mich erfüllt. Begleitet werde ich lediglich von meinen eigenen Schritten. Wer sollte auch sonst da sein? Doch Moment, da ist noch Etwas! Ich höre dort ein leises Flüstern, welches zu einem tosenden Wasserfall anschwillt und sich in meinem Kopf breit macht. Meine Gedanken. Meine ganz eigenen Eingebungen, die mich hier bei der Arbeit heimsuchen. Wieder fühle ich mich bedrückt und gefangen. Ich fühle mich einsam und abgestoßen. Niemand will mit mir Zeit verbringen und so bin ich hier alleine. Nicht mal der Tod wollte sich meiner annehmen und hat mich wieder zurück zu den Lebenden geschickt. Bin ich so unliebenswürdig, dass sich gar niemand mit mir abgeben möchte. Meine Eltern flüchten stets wieder vor mir, wie eine Herde Antilopen vor einem Gepard. Haben sie Angst, dass ich sie verschlingen würde? Aber was sollte ich an ihnen vertilgen? Sie geben mir doch nichts, wo ich auch nur ansetzen könnte. Sie reichen mir nicht mal den kleinen Finger, so dass ich die ganze Hand auch nur an mich ziehen könnte. Mit diesen Gedanken reinige ich das Bad und gehe anschließend ins Bett. Es fällt mir schwer mich in Hypnos sanfte Arme zu begeben zu sehr rasen meine Gedanken und lassen mir keine Ruhe.

Kapitel 22
Die Zeit ist weit vorangeschritten und wird dies auch weiter tun. Doch die Kleine ist noch immer auf der Suche nach einem Schlafplatz. Sie verlässt den Bereich, in dem sich die Leute zum Reden und Lachen treffen, denn dort ist nichts zu holen. Vor allem ist dort keine Bleibe zu finden und das Lachen der Menschen hält ihr zu sehr vor Augen, was sie verloren hat oder anders ausgedrückt: Was sie noch nie hatte. Der Mond scheint längst mit seinem blassen Licht auf sie hinab. Sie blickt empor und sieht die Sterne, wie sie dort oben warten. Einer der Sterne, so meint die Kleine, blinkt einmal kurz auf, also wolle er sie ermutigen nicht aufzugeben. Sie ist bereits in einem Wohnviertel angekommen. Die meisten Häuser liegen bereits im Dunkeln dar, nur in wenigen kann sie noch das Licht der Glühbirnen erkennen. Ihr blickt fällt durch das Blattwerk zweier Büsche hindurch und sie kann die geöffnete Tür eines der Häuser erspähen. Bei näherer Betrachtung kann sie dort kein Licht mehr feststellen. Vielleicht sind die Leute im Urlaub. Sicherlich ist gerade die Zeit für solche Sachen. Sie schlängelt sich durch den Zaun hindurch und betritt einen Garten mit einem kleinen Teich, in dem kleine Fische umherschwimmen, die sie mit ihren Glubschaugen anstarren. Die Tür ist wahrlich ein Spalt offen. Sie horcht einen Moment. Außer dem Zirpen eines Grashüpfers und dem leisen Säuseln des Windes ist nichts zu vernehmen. Sie huscht hinein. Hier ist es deutlich angenehmer. Das Wohnzimmer wird vom schwachen Schein des Mondes beschienen. Man kann die Couch, den Fernseher, einige Regal und einige Durchgänge erkennen. Sie schaut sich hier etwas um. Es scheint als sei niemand dar. Zumindest hier unten nicht. Sie kann angrenzend die Küche ausmachen, aus dessen Kühlschrank sie sich noch einige Lebensmittel nimmt und diese isst. Sie findet hier unten noch ein Gästezimmer, sowie ein Arbeits- und Fitnesszimmer, sowie ein Bad. Sie schleicht vorsichtig die Treppe hoch, welches verwunderlicher Weise keine Geräusche von sich gibt. Insgesamt macht dieses Haus einen sehr guten neuen und gepflegten Eindruck. Im oberen Geschoss unternimmt sie auch die Erkundung und findet niemanden vor. Drei Schlafzimmer und zwei Bäder, sowie eine Raum, der mit etlichen Kartons zugestellt ist.
Sie ist sich sicher, dass sich niemand in diesem Haus befindet und schleicht wieder nach unten. Auf der Couch liegt, säuberlich zusammengelegt, eine Decke. Diese liegt dort, als würde sie nur auf sie warten. Sie geht rüber zur Couch und legt sich dort drauf, doch zuvor schaut se sich nochmal um, um sicher zu gehen, dass nicht gleich aus den Schatten eine der Nonnen tritt und sie wieder mit sich nimmt.

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