Herz und Kopf

Johann Wolfgang von Goethe sagte einst, dass etwas, dass auf das Herz wirken soll, auch von Herzen kommen muss. Nach meinen wenigen Lebensjahren, die ich bereits auf diesem Planeten wandeln darf, muss ich diesem Mann Recht zu sprechen. Wenn ich Jemandem meine Gefühle ausspreche, dann können sie nur von meinem Herzen her kommen, welches hier nun mal symbolisch für den Geburtsort der Emotionen stehen soll. Wie auch anders könnte ich Jemanden auf emotionaler Ebene erreichen, wenn ich es nicht mit meinen eigenen Gefühlen wage. Sicherlich birgt dies stets eine Gefahr mit sich, die es aber doch Wert ist einzugehen. Man gibt sich selbst vollkommen frei. Es ist wie ein Fallschirmsprung. In dem Moment, wo sich die Emotionen ihren verbalen Weg bahnen, fühlt man sich frei und ungebunden. Ja, es ist gerade so, als würde man eintauchen in ein Meer aus Wolken, welches Einen weich gebettet hinfort trägt. Allerdings können sich diese Wolken in ein Gewitter verwandeln, welches in Sekunden über einen hereinbricht und dieses freie Gefühl in eine Empfindung der Beklemmung mutiert. Eine Beklemmung, die sicherlich auch ausbreitet, wenn sich der Schirm nicht öffnen sollte und man unaufhaltsam gegen Erdboden rast. Aber dies soll nicht das Thema sein. Es interessiert mich vielmehr der Sachverhalt, dass man mit dem Kopf solche Dinge, wie Emotionen, nicht verstehen kann, denn dort gibt es nichts zu verstehen. Emotionen lassen sich nicht auf die logische Gegebenheiten zurückführen. Sicherlich sind Gefühle, wie Angst und Wut, Freude und Glück, tief in uns verankert und helfen uns uns im Leben zu Recht zu finden. Aber werde ich jemals logisch, also vom Kopf her, begründen können, wie ich eine Person schätze? Kann ich wirklich schlüssig Begründen, ohne Zweifel bestehen zu lassen, wieso ich diese Person liebe und wieso ich denke, dass ich mit ihr mein Leben verbringen möchte? Ich glaube kaum. Es gibt Grenzen für unseren Kopf, für unseren Verstand, den wir nicht überschreiten können. Wir sind begrenzt in unseren Mittel, daher ist es doch ganz nett auch mal den Kopf abzustellen und dem Bauchgefühl zu folgen. Man kann im Leben nicht alles haargenau folgerichtige Begründen, dazu sind wir einfach nicht in der Lage. Wenn wir es ganz genau nehmen, müsste sich jeder Mensch den Partner suchen, der einem die besten Gene verspricht und möglichst keine Krankheiten hat, nur um eine möglich „reine“ Reproduktion zu gewährleisten. Niemand kann mir erzählen, dass er oder sie nach diesen Aspekten seinen Partner ausgeschaut hat. Es sind doch ganz andere Dinge von entscheidender Bedeutung, die für jeden anders sind. Somit haben wir hier eine Subjektivität vorliegen, die niemals zu erklären ist, denn die Bedürfnisse eines Menschen sind so variabel, wie die Windrichtung. Und manchmal ändern sich die Dinge einfach und wir erfahren im freien Fall einen Aufwind.

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