Monolog im Mondschein

„Weißt du, es ist merkwürdig…“ sage ich und schreite über den Schotter. Die Steinen unter meinen Schuhen knirschen leicht unter meinen Gewicht und außer den Schritten ist hier nichts zu hören.
„… da findet man mal Jemanden, der einem gefällt und man ist sich trotzdem nicht sicher.“ Die kleinen Steinen werden von dem Mondschein beschienen und werfen lange Schatten über den Boden.
„Es ist als wäre mir das Angebot zu gut und wahr zu sein. Ich kann mein Glück kaum fassen und aus diesem Grund wage ich es nicht mich darauf einzulassen.“ stelle ich fest und blicke empor. Der Mond stellt hell am Nachthimmel und spendet sanft sein kühles Licht. Ich seufze.
„Ich frage mich ernsthaft, ob ich nicht durch den letzen Vorfall geschädigt bin. Da habe ich mich auch auf eine Frau emotional eingelassen und dann…“ ich mache eine Pause, um die Erinnerungen nochmal wirken zu lassen. „… dann hat mich die ganze so sehr enttäuscht.“ Ich laufe erneut einige Schritte und merke wie es mich leicht früstelt.
„Ich weiß, dass es damals geschmerzt hat. Tief in mir hat es weh getan.“ Ich sortiere meine Gedanken. Finde hinter jeder Ecke eine neue Überlegung und sortiere sie.
„Aber auf der anderen Seite war auch sehr froh darüber, so etwas spüren zu können. Es hat mir damals gezeigt, dass ich noch so etwas empfinden kann für eine andere Person.“ Ich lausche dem Wind, wie er durch das Blattwerk der Bäume huscht.
„Es mag komisch klingen, aber ich hatte tatsächlich mal die Befürchtung, dass ich das nicht mehr kann.“ Ich kneife die Augenbrauen zusammen und schüttel den Kopf.
„Ach, nun genug von der Vergangenheit, ändern lässt sie sich eh nicht mehr und das ist vermutlich gut so. Ich habe nun ein kleines Problem. Ich mag sie, aber weiß nicht, ob es für mich für eine Beziehung reichen würde. Das gewisse Etwas fehlt mir bisher.“ Die Insekten tummeln sich um eine Laterne unweit meines Standortes und ich merke, wie mir die Gedanken beginnen zu kreisen.
„Oder ist es vielleicht eher so, dass eigentlich alles da ist, aber ich es nicht annehmen will?“ energisch schreite ich auf und ab.
„Aber warum könnte es so sein? Warum will ich es nicht annehmen? Nehme ich meine eigenen Gefühle wieder nicht wahr, weil ich wieder zu viel um die Ohren habe… argh.“ ich wuschel mir durch die Haare.
„Es ist verzwickt. Ich denke oft an sie… und wenn ich an sie denke, dann wird es in mir auch ganz ruhig und ich entspanne.“ ich trete einen Kiesel hinfort. Ich höre noch wie er in einiger Entfernung auf den Boden aufschlägt und über den Schotter rollt und dann liegen bleibt.
„Aber dennoch stellt sich nicht dieses Gefühl ein, was ich sonst immer in solchen Situationen hatte, wenn ich mich verliebe…“ ich denke kurz nach und zeige dann mit meinem rechten Zeigefinger empor, als hätte ich eine Idee.
„…oder war das Gefühl, welches ich bisher immer für meine Verliebtheit gehalten haben, etwas anderes? Und wie es nun ist, diese Ruhe und Ausgeglichenheit, die mir vermittelt, dass sich das richtig anfühlt, weil ich mir einfach keine Sorgen machen, ist einfach das richtige Gefühl?“ Ich denke kurz über meine Worte nach. Sie verklingen langsam über den Platz.
„Interessanter Gedanke, aber unsicher bin ich mir dennoch. Vielleicht muss man einfach mal schauen, wie es sich weiter enwickelt oder was meinst du Vater?“ frage ich, gehe in die Hocke und blicke auf den Grabstein meines Vaters. Alles ist still.

Dieser Beitrag wurde unter Uncategorized veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s