Liebe, Hass und Gleichgültigkeit

Liebe ist eine wundervolle, starke und manchmal überwältigende Emotion, die einen auf Wolke Sieben schweben lässt – manchmal vermutlich sogar darüber. Als Gegensatz – so habe ich es zumindest bisher immer wahrgenommen – wurde der Hass aufgeführt. Nimmt man es allerdings genau, dann sind die beiden gar nicht so verschieden. Es sind beides Emotionen. Emotionen, welche einem den Verstand rauben und jedwedes rationales Verhalten eleminieren. Sie sind Extreme einer Messlatte, nämlich der Messlatte der Emotionen. Betrachte man die Messlatte in Form von positiven und negativen Gefühlen, dass ist diese Gegensätzlichkeit sicherlich nachvollziehbar und verständlich. Auf der einen Seite haben wir die ganzen positiven Gefühlen, angefangenen bei einer leichten Sympathie, über einer tiefen Verbundenheit bis hin zur Liebe und auf der anderen Seite, sind wir im negativen Bereich. Hier beginnen wir mit einer leichten Abneigung, es geht weiter mit der Abscheu und dann einem tiefgreifenden Hass. Soweit so klar oder?
Aber auch hier kommt es, wie so oft, auf den Blickwinkel an. Im obrigen Fall wurde die Messlatte von positiven zu negativen Gefühlen, also quasi von positiven Zahlen und negativen Zahlen definiert. Allerdings geht es auch anders. Bewegen wir uns nun nicht mehr in den ganzen Zahlen, sondern nehmen und nur die natürlichen Zahlen samt der Null, dann sieht die Betrachtung leicht anders auf. Null wäre dann keinerlei Ausprägung einer Emotion wohingegen unendlich eine extrem starke Emotion, zum Beispiel Liebe oder Hass, ist. Sprich wir hätten nicht mehr den Gegensatz Liebe und Hass, sondern Liebe/Hass und Gleichgültigkeit. Gleichgültigkeit…
…das ist ein Wort, was die meisten vermutlich mit einem Achselzucken hinnehmen würden. Aber da stelle ich mir die Frage, welche der beiden Betrachtungsweisen ich für schlimmer erachte.
Liebe und Hass, da sind in jedem Fall Gefühle mit verbunden. Wenn ich jemanden Hasse, dann sind da Gefühle mit verbunden. Gefühle, welche auf diese Person gerichtet sind, die dieser Personen irgendeinen Platz in mir geben, wenngleich dieser Platz negativ behaftet ist. Aber manchmal hasst man jemanden, weil man das Verhalten des anderen nicht für Gut heißt, aber trotzdem steckt dort Zuneigung dahinter – Gefühle sind da!
In dem anderen Fall steht mir jemanden mit Gleichgültigkeit gegenüber. Keinerlei Gefühle hat dieser Mensch für mich und starrt mich vermutlich aus kalten und leblosen Augen an, als sei ich irgendjemand. Irgendjemand, der es nicht Wert ist, dass man ihm auch nur irgendwelche Gefühle entgegenbringt. Diese Vorstellung ist so grausam wie beängstigend.
Aus diesem Überlegungen heraus muss ich für mich sagen, dass mir die erste Messlatte besser gefällt, da ich dadurch zumindest weiß, dass Gefühle eine Rolle spielen und ich nicht jemanden bzw. mir nicht jemand vollkommen gliechgültig ist. Wäre es nicht schlimm, wenn so viel Gleichgültigkeit umherwandern würde. Entsteht nicht auch manchmal aus Hass etwas Gutes. Bringt es uns nicht weiter, wenn man durch die Gefühle anderer angetrieben werden? Aber wie ist es, wenn Uninteresse einem entgegengeworfen werden, wie ein Schneeball, welcher einem nichts bringt außer kälte, welche durch mich nicht beeinflusst wird?

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9 Antworten zu Liebe, Hass und Gleichgültigkeit

  1. freudefinder schreibt:

    wen soll man mehr bedauern – den, der so schrecklich gleichgültig lebt oder den, dem diese Gleichgültigkeit entgegengebracht wird?

    • Mr. Winterschein schreibt:

      Moin,
      Dich gibt es auch wieder? Schön Dich mal wieder hier zu sehen.
      Wenn jemand wirklich in vollkommener Gleichgültigkeit lebt, dann ist diese Person schon ziemlich zu bedauern. Aber wenn einem Gleichgültigkeit entgegengebracht wird, dann ist das auch bedauernswert, denn das bedeutet doch nur, dass seinem Dasein kein Wert von der anderen Person beigemessen wird und das ist schon hart.
      Ich denke, dass beides gleich schlimm sein kann, je nach Betrachtung.

  2. Zuersteinmal freue ich mich, dass du wieder bloggst. Hast dir ja recht lange Zeit gelassen…. lächel🙂
    Jetzt werd ich dir natürlich wieder folgen, lieber Herr Winterschein.

    Zu deinem Post kann ich nicht viel sagen. Irgendwie sind diese negativen Gefühle bisher an mir vorbeigegangen. Hass kenne ich nicht. Weder von mir, noch bei meinen Mitmenschen habe ich es jemals gespürt.

    • Mr. Winterschein schreibt:

      Hiho,
      ich versuche es zumindest wieder. Ja, ich brauchte die Zeit, weil ich mit einigen anderen Projekten (BA) sehr viel um die Ohren hatte und weil ich mit dem Blog einige negative Erfahrungen gesammelt hatte, die ich erstmal verarbeiten musste^^.
      Es freut mich aber sehr, dass du hier vorbeigestolpert bist^^.
      Und ich finde es echt gut, dass du negative Gefühle in dieser Form nicht kennst. Ich auch eher weniger, aber ich hatte darüber letzten eine Unterhaltung mit einem Freund, weshalb ich das zum Anlass nahm darüber zu schreiben.

  3. Kiira schreibt:

    Lieber Mr. Winterschein,

    Bei dem Gedanken, Gleichgültigkeit zu widerfahren, schaudert es mir. Keine Gefühle zu spüren oder beim Gegenüber zu erspüren. Die Vorstellung ist mir unheimlich.

    Liebe Grüße,
    Kiira

  4. Lars schreibt:

    Klasse Text

    Und diese Gleichgültigkeit macht was gutes mit einem.!
    Man schafft diesen Schmerz zu Ertragen

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