Unter den Sternen

Ich fließe dahin, wie das Treibholz auf einem großen Meer. Das Schwanken der Geräusche an meinen Ohren ist beständig. Ein Mal höre die Klänge der rauen See. Ich lauschen dem auf und ab der Wellen und dem Plätschern des Regens. Spüre die Tropfen auf mein Gesicht fallen, wie das berühren kalter Fingerspitzen. Ein anderes Mal vernehme ich nur das dumpfe rauschen des Meeres oder sind es die leisen Töne der Welt, welche durch die Wasseroberfläche brechen. Die Welt, welche mich stets in Anspruch nimmt. Mir einflößen will, was ich machen soll. Doch hier unter dem Wasser sind seine Einflüsterungen gering. Verschwindend gering.

Das Öffnen meiner Augenlieder bringt eine geruhsamen Nacht hervor. Es ist finster. Zunächst denke ich, dass mich die Schwärze verschlucken wird, doch dann erblicke ich sie. Die Sterne am Nachthimmel glitzern mir entgegen. Spiegeln sich in der Wasseroberfläche, wie mein Spiegelbild. Es wird eine Kopie erzuegt. Eine Version gibt es im Himmel und eine auf dieser Welt. Doch welche ist welche?

Ist das verschwimmen der Sterne hier die kaputte Reflexion dessen, was dort oben am Firmament ist. Ein unperfektes Abbild einer perfekten Welt, wo alles seinen Platz hat und die Dinge in Ordnung sind. Oder ist es genau anders herum. Ist das Bild am Himmelszeit eine geschönte Abbildung, dessen was wir hier sehen. Ein einfacher Versuche die chaostischen Dinge an Ort und Stelle zu bringen.

So oder so sind es klägliche Versuche. Perfektion ist nur dann erstrebenswert, wenn sie nie erreicht werden kann, so dass stets ein Antrieb besteht sie zu erreichen. Und wenn Dinge ungeformt sind, besteht doch ein Antrieb darin, die Dinge nach seinen Gedanken zu formen.

Genauso muss diese oder jene Welt, in der wir leben, von uns geformt werden. Nach unseren Vorstellungen. Doch dafür müssen wir aufstehen und dem Wort auch Taten folgen lassen.

Ich stehe auf und sehe sie; die zwei Welten. Die eine klar und deutlich mit scharfen umriss, in der alles definiert ist und die anderen, in welche die Konturen unscharf und schwammig sind, ja sogar manchmal zu verlaufen scheinen. Ich frage mich in welcher Welt ich leben möchte. In jener, die definiert ist oder jener, die noch definiert werden muss.

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Eine Antwort zu Unter den Sternen

  1. Kiira schreibt:

    Lieber Mr. Winterschein,
    Du beschreibst einen interessanten Gedankengang.“Lieber wohin, wo schon alles fertig ist, oder wohin, wo ich selbst schaffen kann?“ Aus dem „EfEf“ wüsste ich da auch keine Antwort für mich. Wir leben ja gerne sehr sicher und beschützt, weshalb die fertige Welt da einen Reiz hätte. Auf der anderen Seite lieben wir es, uns was eigenes aufzubauen. …

    LG Kiira

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