Von einem Mann, der keine Frau hat

Eines Abends erhielt ich eine Nachricht. Die Frau, welche ich mochte, mit der ich schöne Zeiten hatte und mit der ich durch jedes verzehrende Feuer gegangen wäre, teilte mir mit, dass sie sich von mir trennen will. Damit endete ein Zusammensein ehe es so recht begonnen hatte.

Sie ist eine schöne und attraktive Frau, was ich nicht alleinig auf ihr Äußeres beschrenkt wissen will. Dennoch hinterlässt ihr Erscheinungsbild einen unvergesslichen Eindruck bei mir, da er so gegensätzlich zu ihrer Persönlichkeit ist. Ihre Statur ist klein, dennoch in keinster Weise unansehnlich. Ganz im Gegenteil! Ich habe sie gerne angeschaut. Wie ihr zierlicher Körper sicht fortbewegt, es hatte stets etwas bedachtes und feinfühliges, es erinnerte mich stets an das Wiegen des Grases bei einer sommerlichen Brise.

Es verletzt mich nicht mehr mit ihr Sein zu können. Dennoch habe ich das Gefühl, dass ich nicht ausreichend verletzt bin in einer solchen Situation. Mein Schmerz sollte größer und massiver sein. Es sollte wie ein Erdbeben sein. Ist es nicht vielleicht doch wie ein Erdbeben, dessen Auswirkungen mir nur nach und nach bewusst werden. Immer mehr dringt es an mich heran, dass ich sie verloren haben, wie kleine Risse in den tektonischen Platten meiner Seele. Sie ist aus meinem Leben gegangen und mit ihr auch ein Stück des Lichts, welches sie mir gespendet hat.

Sie ist leidenschaftlichen in ihrem Taten wie auch Worten und das mag ich an ihr. Ihre Gedanken, welche sie mir mit anregenden Worten verständlich machte, hinterlassen in mir ein Monument der Wacht. Ich bin wacher dafür geworden die Augen vor Diskriminierung offen zu halten. Ich habe Dinge gelernt, welche meinen Horizotn erweitern. Ihre Worte erscheinen mir nun wie der Schatz in einer Truhe, welche ich nur manchmal öffnen durften, um einen kurzen Blick hineinzuwerfen. Einen Einblick, welche ich sobald nicht wieder bekommen werde.

Genommen hat sie, ohne sich dessen bewusst zu sein, ein Stück meiner Seele. Mit ihrem Verschwinden hat sie einen Brocken dieser, welche an ihr Sein in meinem Leben gekettet war, herausgerissen. Es scheint so, als hätte man nun gemerkt, dass dieses Stück meiner Seele fehlt und stümperhaft versucht es wieder an der Rest zu kleben. Doch nun liegt dieser Teil, welche all die Erinnerungen an sie enthält, daneben. Jeder Blick auf dieses Stück lässt mich wehmütig an die Dinge denken, welche wir zusammen erlebt haben. Es waren schöne Dinge voller Witz und Mut. Doch dann beschleicht mich dieses Gefühl. Es scheint mir fast so, als gehörten diese Erfahrungen und auch diese Gefühle, welche ich mit ihnen verbinden, nicht zu mir. Als seien es Erinnerungen einer anderen Person und ich kann mir nicht vorstellen vor so kurzer Zeit so glücklich gewesen zu sein.

Die Berührung, welche in mir die größter Freude hinterlassen hat, war die ihres Gesichts, wie es in meinen Händen lag und ich sie langsam küsste. Ihr Lippen berührten die meinen und ich fühlte mich gut. Die Form ihrer Lippen an den meinen werde ich nicht so bald vergessen. Sie haben auf den meinen einen Abdruck hinterlassen, wie meine Füße im Sand. Allein die Zeit wird daherkommen und diese Spuren wegspühlen, doch solangen ich kann, werde ich dieser Flut davoneilen, denn ich will mich daran erinnern.

Jede diese Momente war schön, wenngleich kurz. Ich hätte gerne mehr Zeit mit dir verbracht. Hätte gerne deiner Stimme gelauscht, welche mich sanft gebettet hätte und in mir ein Gefühl des Wohlseins ausgelöst hat. Doch die Erinnerungen daran wirken so fad. Ich wünsche mir die Momente zurück, in denen ich mich an dich ran gekuschelt habe und einfach nur glücklich war bei dir sein zu dürfen.

Du hast deine Probleme und denen musst du nun nachgehen. Du hast mir das Recht aberkannt dir direkt an deiner Seite eine Stütze zu sein, da es sich so nicht nach einem gleichberechtigten Zusammensein für dich anfühlt. Ich bin davon überzeugt, dass du den beschwerlichen Weg meistern kannst, aber dazu muss du ehrlich zu dir sein und dich mit dir selbst auseinandersetzen. Dein Selbst musst du umpflügen wie den Acker nach der Suche nach den lebenspendenden Geschenken des Seins.

Ich bin mir nicht sicher, ob ich dazu in der Lage bin, dir aus dieser Warte zu helfen. Dir Unterstützung als ein Freund zu geben, da sich in mir immer wieder der Wunsch nach mehr breit machen würde, mit der Begegnung und jedem Lächeln, welches du mir wohlmöglich schenken könntest. Ich würde lügen, wenn ich sage, dass ich das kann, dafür bin ich dann doch zu schwach, aber stark genug dies einzugestehen. Aber auch stark genug dies durchzuziehen? Denn die Entfremdung von dir macht mir sorgen. Bevor ich beschloss mit dir zusammensein zu wollen. Wollte ich einfach nur mit dir sein und deine Gesellschaft genießen, welche ich sehr schätze. Allerdings bin ich für mich nun an einem Punkt angekommen, an dem mir das einfache Sein mit dir nicht mehr ausreicht. Wo es mir wie ein vergilbtes Fotos vorkommt, dessen ursprüngliche Pracht man nicht mehr erahnen kann.

Du hast mir geholfe einige meiner Ängste zu überwinden. Meine Seele an Stellen geflickt, die ich selbst nicht mehr zu reparieren glaubte. Doch durch deine Art und deine Worte hast du es geschafft behutsam in mir einen Prozess der Regeneration auszulösen. Du wusstest, wie du mich auf den Boden der Tatsachen zurückbringen konntest und mir mit deinem Dasein geholfen hast zu entspannen, wenngleich ich der Meinung war dich nicht sehen zu wollen. Manchmal muss man akzeptieren, dass man selbst nicht immer die besten Ideen für einen selbst hat, sondern vielleicht die anderen Menschen.

Ich weiß nicht, wie es mit mir weitergeht. Zur Zeit fühle ich nichts. Es ist als wäre mein ganzer Körper mit einem Nakosemittel vollgepumpt. Berühre ich etwas mit meinen Fingern, so spüre ich den Widerstand, aber nicht die Struktur. Treffe ich Jemanden, den ich lange nicht gesehen habe, dann fühle ich lediglich die Glut meiner Freude schwach aufglimmen. Sollte ich mich ärgern, weil du mich verletzt hast, kommt mir lediglich ein Achselzucken in den Sinn und der Ärger ist verflogen. Ich wünschte so sehnlich wütend und verletzt zu sein, einfach dem Fluss meiner Gefühle in Tränen Ausdruck zu verleihen, aber es geht nicht.

Ohne dich wüsste ich nicht, wie schön es sein kann einen anderen Menschen zu lieben. Den Spaß und die Freude daran habe ich erst mit dir voll und ganz erfahren dürfen. Dafür danke ich dir, da es mein Leben so sehr bereichert wie erleichtert hat. Ich hatte Freude daran deinen Kröper mit all seinen Besonderheiten und Feinheiten zu erforschen und träume nachts davon meine Finger über diesen gleiten zu lassen.

Ich sehe meiner Zukunft nicht finster entgegen. Es wird eine Zeit kommen, da wird es mir wieder besser gehen und es wird eine Zeit geben, da kann ich ihr wieder in die Augen blicken, ohne den Wunsch zu verspüren sie küssen zu wollen. Es wird eine Zeit kommen, da wird das Licht des Lebens mir wieder den Weg weisen, doch nun muss ich mir selbst das Licht sein, um dem dunklen Pfad zu folgen. Die Zeit wird kommen, da werde ich die Freude des Lebens wieder spüren können und es wird die Zeit da sein, wenn ich die Trauer in mir davonscheuchen möchte. Aber ich werde froh sein, beides wieder fühlen zu können.

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3 Antworten zu Von einem Mann, der keine Frau hat

  1. Kiira schreibt:

    Lieber Mr. Winterschein,
    Ich drücke dich ganz vorsichtig. Vielen Dank für diese tiefen Einblicke. Sie scheint wirklich eine wunderbare Frau zu sein. Es ist bewundernswert, dass du all die guten Sachen sehen kannst und dankbar dafür bist, auch wenn sie dich nicht mehr als Partner an ihrer Seite haben möchte.

    Dein letzter Satz versetzt mir einen Stich. Es ist wirklich nicht schön, nichts empfinden zu können, und ich hoffe, dass du bald aus dieser Taubheit heraus kannst. Irgendwann wird sie dich hinausgleiten und wieder fühlen lassen.

    • Mr. Winterschein schreibt:

      Libe Kiira,
      danke für deine Worte. Sie ist wirklich jemand sehr tolles.
      Nichts fühlen ist wirklich blöd, gerade dann, wenn man es eigentlich will.
      Aber das kommt bestimmt bald wieder.

      • Kiira schreibt:

        Lieber Mr. Winterschein,🙂

        Ja, das klappt bestimmt. Aber es kommt von alleine, wenn man es irgendwie erzwingen will, dann dauert es meist länger😦

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