Alternativlos

Das unsere Politik lange Zeit unter dem Denkmantel der Alternativlosigkeit jedes Thema sofort im Keim erschlagen ist, ist meines Erachtens die größte Sünde, derer sie sich schuldig machen konnte. Denn durch dieses Wegfallen der Alternativen und jeden Gegenwind als unzulässig abzustempeln ist es dazu gekommen, dass keine Politik mehr stattfand – zumindest nach meine Poltikverständnis.

Für mich hat Politik etwas mit streiten zu tun und sich mit Gedanken und Meinung auseinanderzusetzen und dann eine „Lösung“ zu entwickeln, welche unter den gegebenen Umstände die zunächst bestmögliche ist.

Weil diese Diskussionsfreudig verloren ging und alle um den Konsens „der Mitte“ gebuhlt haben, ohne sich um das wirkliche Vorankommen des Staates und der Gesellschaft zu bemühen, bin ich durchaus froh darüber, dass die Alternative für Deutschland (AfD)  auf den Plan getreten ist. Sie hat den politischen Diskurs wieder angeregt und darüber bin ich froh. Ich erfreue mich der Debatten und Streitigkeit, die nun wieder auf den Plan treten. Der Austausch und Diskurs wurde wieder angeregt und man hat wieder einen neuen Lieblingsfeind, den es zu Bekämpfen gilt. Der Rest der Politik tut sich lieb zusammen und zeigt Einigkeit/Konsens und man ist einfach mal pauschal gegen die AfD.

Ups, also doch keine Veränderung? Doch ein wenig, aber mehr wäre schöner. Nun wird zumindest zwischen den alten Parteien, welche wirklich ein Problem mit ihrer „Poltik“ haben, und der AfD gestritten. Zumindest findet dort so etwas wie Politik statt. Ob man dies gutheißen will/kann oder nicht, sie an dieser Stelle mal dahingestellt.

Die alten Parteien haben leider das Problem, dass sie träge und wahrlich alt sind; mit rund der hälfte der Abgeordneten die über 50 sind, kann man das Parlament nicht als jung bezeichnen (siehe Bundestag). Kommt daher eine gewisse Mentalität am Status Quo festzuhalten und so sicher wie möglich am Machterhalt zu hängen, wie das Baby an der Brust seiner Mutter? Dies mag ein Problem sein, aber das einzige ist es vermutlich nicht.

Aber auch die AfD hat in meinen Augen große Nachteile – mal ganz abgesehen von ihrer rechten (konservativen)/rechtspopulistischen Ausirchtung. Allein der Fakt, dass die überaus beliebte Frauke Petry mit mehr Falschaussagen auftrumpht als meine Schülerinnen und Schüler bei der letzten Politik-Klausur (siehe Welt), zeigt sehr deutlich, dass auch dieser Partei nur mir argwohn und der Notwendigkeit des kritischen Denkens entgegenzutreten ist.

Interessant ist für mich zu merken, dass ich beim Verfassen dieses Textes, das Bedürfnis habe, zu schreiben, dass ich die AfD gefährlich und, vermutlich auch auf Grund des Verhaltens einige seiner Spitzenpolitiker, abstoßend finde, mich also klar von ihr distanzieren möchte. Ist dies die Befürchtung in das rechte Lager zugeordnet zu werden? Oder einfach die jahrzentelange Indoktrinierung, dass man nicht auf dieser Seite des Parteienspektrum zu lange verweilen sollte, da man sonst als Anhänger alter Zeiten abgestempelt wird. Alte Zeiten, welche im Übringen auch durch eine lahmende Parteienlandschaft zustande kam. Man sollte sich der Parallelen bewusst sein, damit man versteht, was dieser Tage in der schönen aber politisch desaströsen Bundesrepublik vor sich geht.

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Eine Antwort zu Alternativlos

  1. Kiira schreibt:

    Hallo, Mr. Winterschein!
    Das hast du Präzise zusammengefasst. Das Zusammenkrümmen um die Mitte sehe ich auch so. Die zwei großen Gegenspieler CDU und SPD sind so nah zusammengewachsen, dass man nicht das Gefühl hat, etwas zu ändern, wenn man den anderen wählt.

    Letztens vernahm ich die Forderung nach mehr direkter Demokratie. Das finde ich gefährlich. Dafür weiß die Mehrheit – mich eingeschlossen – nicht genug über die Auswirkungen ihrer Entscheidungen, denke ich. Emotionen könnten ebenso von Lügen anderer beeinflusst werden.

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